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Bibliographische Angaben zur Publikation

Die Bedeutung von Krankheitsverarbeitungsprozessen für den Rehabilitationserfolg kardiologischer Patienten

Inaugural-Dissertation zur Erlangung des doctor rerum medicinalium der Medizinischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster



Autor/in:

Dörner, Udo


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Münster: Eigenverlag, 2004, 194 Seiten: PDF


Jahr:

2004



Link(s):


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Abstract:


Einleitung:

Krankheitsverarbeitung wird in der psychologischen Forschung Einfluss auf die Compliance der Patienten, den Reha-Erfolg, die Lebensqualität und auch auf die Überlebenszeit zugeschrieben. Es sind jedoch nur wenige Studien durchgeführt worden, die den Einfluss von Coping über den Erkrankungsverlauf sowohl in Selbst- als auch in Fremdeinschätzung untersucht haben. Die Hauptziele der vorliegenden Studie sind daher, Verarbeitungsprozesse bei kardiologischen Erkrankungen über den Verlauf zu untersuchen und relevante Prädikatoren für den Erfolg der kardiologischen Rehabilitation zu ermitteln.

Methodik:

Insgesamt 54 kardiologische Rehabilitanden wurden mittels Längsschnittuntersuchung über vier Messzeitpunkte (Ende des Akutkrankenhausaufenthalts, Reha-Beginn, Reha-Ende, 6-Monatskatamnese) zu den Inhaltsbereichen Krankheitsverarbeitung, subjektive Theorien, soziale Unterstützung sowie zu verschiedenen Lebensqualitätsmaßen und zur Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit befragt.

Ergebnisse:

Von den 61 Patienten der Ausgangsstichprobe (Rücklaufquote: 61 Prozent) waren 84 Prozent männlich. Das Durchschnittsalter betrug 57,5 Jahre (s = 7,4). Die häufigsten Diagnosen waren Zustand nach Bypass-OP (33 Prozent) und Herzinfarkt (30 Prozent). Im Krankheitsverlauf nahm das soziale Coping zu, während das aktive Coping erst anstieg und zur Katamnese wieder abfiel. Keine Veränderungen zeigten sich bei den anderen Coping-Prozessen. Vor allem die depressive Verarbeitung hing sowohl in der Selbsteinschätzung als auch in der Fremdeinschätzung mit einer schlechteren Lebensqualität zusammen. Nur wenige Zusammenhänge konnten dagegen zwischen medizinischen Variablen und dem Raha-Ergebnis festgestellt werden. Patienten, die nach der Reha-Maßnahme wieder berufstätig waren, unterschieden sich von berenteten Patienten nur im jüngeren Alter, nicht aber in anderen psychosozialen oder medizinischen Variablen.

Diskussion:

In Übereinstimmung mit der Literatur steht vor allem eine depressive Verarbeitung mit einem ungünstigen Reha-Ergebnis im Sinne der erreichten Lebensqualität in Beziehung. Neben der Weiterbildung des medizinischen Personals in Bezug auf die Bedeutung von Krankheitsverarbeitungsprozessen wird der hohe Stellenwert eines systematischen Einsatzes von psychodiagnostischen Screeningverfahren sowie einer möglichst früh einsetzenden Intervention für Risiko-Patienten deutlich.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


k. A.

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Referenznummer:

R/NV3658


Informationsstand: 27.03.2006

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