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Bibliographische Angaben zur Publikation

Veränderung des arbeitsbezogenen Verhaltens- und Erlebensmusters von onkologischen Rehabilitanden vor und nach einer medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitation (MBOR)

Vortrag auf dem Dreiundzwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 10. bis 12. März 2014 Karlsruhe



Sammelwerk / Reihe:

Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation


Autor/in:

Reuss-Borst, Monika; Steckelberg, E.; Abel, I.


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2014, Seite 47-49


Jahr:

2014



Abstract:


Hintergrund:

Mit zunehmend besserer Prognose einer Vielzahl von Tumorerkrankungen und allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklungen wie zum Beispiel späterem Renteneintrittsalter und sich abzeichnendem Fachkräftemangel gewinnt die berufliche Re-Integration von onkologischen Patienten zunehmend an Bedeutung. Schon heute erkranken circa 50 % aller onkologischen Patienten im erwerbsfähigen Alter.

Methodik und Studien-Design:

Mit Hilfe des AVEM-Fragebogens können berufliches Engagement, die erlebte Widerstandskraft gegenüber den beruflichen Belastungen und die Emotionen, die die Berufsausübung begleiten, analysiert werden.

Unterschieden werden vier (cluster-analytisch) bestimmte Bewältigungsmuster:
- Risikomuster A (überhöhtes Engagement, Selbstüberforderung)
- Risikomuster B (hohe Resignationstendenz, geringe offensive Problembewältigung, ausbleibendes Erfolgserleben)
- Schonungsmuster S (Schonung mit den geringsten Ausprägungen in der Bedeutsamkeit der Arbeit, beruflichem Ehrgeiz)
- Muster G als Ausdruck von Gesundheit und als Hinweis auf ein gesundheitsförderliches Verhältnis gegenüber der Arbeit ('Gesundheitstypus')

Untersucht wurden 136 onkologische Patienten (77 Frauen, 66 Männer) im Alter von 19-60 Jahren (mittleres Alter 43 Jahre) am Anfang und Ende einer stationären Reha-Maßnahme, die unter anderem auch ein intensives psychosoziales Training im Rahmen eines MBOR-Programmes umfasste.

Ergebnisse:

Eine 4 (Musterergebnisse) mal 2 (Zeit) Innersubjekt- Messwiederholung wurde durchgeführt um festzustellen, ob die Patienten im MBOR-Programm grundsätzlich eine Steigerung der gesundheitsfördernden Muster G und S und eine Abnahme der gesundheitsschädlichen Muster A und B nach 3 Wochen Reha zeigen. Ein signifikanter Unterschied wurde in der Musterausprägung zwischen Beginn und Ende der Rehabilitationsmaßnahmen gefunden. Gesundheitsförderliche Muster G und S nahmen nach Intervention signifikant zu, während die Risikomuster A und B signifikant abnahmen. Im Vergleich zu Männern (21,9 %) hatten Frauen (11,4 %) zu Beginn der Reha deutlich seltener das Muster G, dagegen signifikant häufiger Risikomuster B (p=0,002). Auch in der Subgruppe der jüngeren Patienten (bis 40 Jahre) wurde ein signifikanter Unterschied in der Musterausprägung zwischen Beginn und Ende der Rehabilitationsmaßnahme gefunden. Die Muster S und G nahmen ebenfalls während der Rehabilitation signifikant zu.

Schlussfolgerung:

Um die Re-Integration in den Beruf zu erleichtern und langfristig die Erwerbsfähigkeit nach schwerer Krankheit zu sichern, müssen Arbeitsplatzbezogene Themen vor allem, aber nicht nur in der Rehabilitation stärker in den Fokus rücken. Nur so lassen sich nachhaltige (langfristige) Modifikationen des arbeitsbezogenen Verhaltens- und Erlebensmusters erreichen. Mit Hilfe des AVEM-Fragebogens kann individuell zu Beginn der Rehabilitation das arbeitsbezogene Verhaltens- und Erlebensmuster bestimmt werden, persönliche Ressourcen können erfasst und in der Auseinandersetzung mit den Anforderungen des Berufs eingebracht werden. Unter Berücksichtigung der 11 Dimensionen des AVEMs (zum Beispiel subjektive Bedeutsamkeit der Arbeit, beruflicher Ehrgeiz, Verausgabungsbereitschaft, aber auch Erfolgserleben im Beruf, Lebenszufriedenheit usw.) kann dann individuell mit dem Rehabilitanden ein gesundheitsförderlicheres Muster erarbeitet werden.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '23. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation'




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Bereich Reha-Forschung > Reha-Kolloquium
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/R...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV362206


Informationsstand: 17.04.2014

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