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Bibliographische Angaben zur Publikation

Der Zusammenhang von Persönlichkeit und nachhaltiger Integration im Kontext von beruflicher Rehabilitation

Vortrag auf dem 22. Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 4. bis 6. März 2013 Mainz



Sammelwerk / Reihe:

Teilhabe 2.0 - Reha neu denken?


Autor/in:

Arling, Viktoria; Hagemeyer, Anna-Lea; Frost, Martina [u. a.]


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2013, Seite 295-297


Jahr:

2013



Abstract:


Hintergrund:

'Zukunftsfähig ist berufliche Rehabilitation vor allem dann, wenn sie (…) die Teilhabe (…) behinderter und von Behinderung bedrohter Menschen am Leben in der Gesellschaft und am Arbeitsleben nachweislich und signifikant verbessert'. Eine entsprechende Förderung' hat zum Ziel, behinderten Menschen Erwerbsarbeit entsprechend den Neigungen und Fähigkeiten dauerhaft zu sichern …' (§ 4 Abs. 1 Satz 3 SGB IX)' (Ellger-Rüttgardt et al., 2009).

In der Literatur werden aktuell verschiedene Faktoren diskutiert, die den Rehabilitationserfolg bzw. die erfolgreiche Reintegration auf den allgemeinen Arbeitsmarkt im Kontext der beruflichen Rehabilitation nachweislich beeinflussen (Pfeiffer, 2000; Kreuzpointer, 2007; Slesina et al., 2010). Mit der vorliegenden Studie wurde unter Berücksichtigung demografischer Aspekte bzw. von Motivations- und Persönlichkeitseigenschaften untersucht, welche Faktoren eine nachhaltige Wiedereingliederung (sechs Monate) nach einer beruflichen Umschulungsmaßnahme beeinflussen.

Methode:

Im Rahmen des Projekts 'Prozessprofiling & Prozessmonitoring' (vgl. Arling et al., 2012), waren die Teilnehmer aus der beruflichen Rehabilitation (BFW) zu Beginn ihrer Ausbildung (2009; t1), am Ende ihrer Ausbildung (2011; t2) und weitere sechs Monaten später (2011; t3) angehalten eine Fragebogenbatterie zu beantworten. Diese Fragebogenbatterie besteht aus unterschiedlichen Selbsteinschätzungsfragebögen zu Motivationsaspekten und Persönlichkeitseigenschaften (Selbstlernkompetenz, Kontrollüberzeugung Selbstwirksamkeitserwartung, Leistungsmotivation, Stressverarbeitungsstrategien, Reintegrationserwartung). In der vorliegenden Untersuchung werden diese Selbsteinschätzungen zu den unterschiedlichen Messzeitpunkten in Form von Mittelwertvergleichen in Bezug auf den Reintegrationsstatus der Teilnehmer sechs Monate nach Ausbildungsabschluss hin analysiert.

Ergebnisse:

Sechs Monate nach Abschluss der Maßnahme befanden sich noch n=486 Teilnehmer in der Stichprobe, davon sind 179 Teilnehmer arbeitslos und 289 Teilnehmer reintegriert (w = 151; m = 314). Mit 70,4 % sind Frauen signifikant häufiger reintegriert als Männer (x² [1] = 7,14; p ? 0,05; w = 0,12). 29 6 Teilnehmer mit besseren IHK-Abschlussnoten haben auch nachhaltig eine signifikant höhere Integrationschance (Reintegrierte: MW = 2,66; SD = 0,81; Nicht-Reintegrierte: MW = 2,94; SD = 0,89; t [146] = 2,15; p ? 0,05; d = 0,33). Darüber hinaus waren Teilnehmer, die die Maßnahme akzeptieren konnten, mit einem Anteil von 62,2 % signifikant häufiger nachhaltig reintegriert (x² [1] = 4,22; p? 0,05, w = 0,11). Für die Selbsteinschätzung der Motivations- und Persönlichkeitsfaktoren berechnen sich folgende signifikante Unterschiede zwischen nachhaltig reintegrierten und nicht reintregierten Teilnehmern (vgl. Tab. 1). Der Gesamtwert der subjektiven Prognose der Wiedereingliederungschancen fällt bei nachhaltig integrierten Teilnehmern zum zweiten Messzeitpunkt niedriger aus.

Hinsichtlich des Items der prozentualen Einschätzung der Wiedereingliederung schätzten diese Teilnehmer die Wahrscheinlichkeit einer Reintegration dagegen zu Beginn der Maßnahme höher ein. Hinsichtlich der Einschätzung des Einflusses von gesundheitlicher Beeinträchtigung bildet sich ab, dass nachhaltig reintegrierte Teilnehmer den Einfluss am Ende der Maßnahme signifikant niedriger einschätzten. Auf den Subskalen Lernorientierung und Beharrlichkeit schätzten sich nachhaltig reintegrierte Teilnehmer zu Beginn der Maßnahme signifikant höher ein.

Hinsichtlich der Stressverarbeitungsfragebogen unterscheiden sich die Selbsteinschätzungen der Teilnehmer dahingehend, dass sich die nicht reintegrierten Teilnehmer auf der Subskala 'Fähigkeit, sich von Situationen ablenken zu können' zum Ende der Maßnahme signifikant niedriger einschätzen. Auf den Subskalen 'Fluchttendenz' und 'Ersatzbefriedigung' bilden sich zu Beginn der Maßnahme ein signifikanter Unterschied zu Gunsten der nachhaltig reintegrierten Teilnehmer ab. Ebenfalls höher schätzten sich die nachhaltig integrierten Teilnehmer zu Beginn der Maßnahme auf der Subskala 'Bedürfnis nach sozialer Unterstützung' ein.

Diskussion:

Insgesamt sprechen die Ergebnisse dafür, dass Persönlichkeits- und Motivationsfaktoren auch im Kontext einer nachhaltigen beruflichen Reintegration von Bedeutung sind. Entsprechend gilt es, Themen wie die persönliche Einschätzung der Reintegrationswahrscheinlichkeit, bestimmte Stressverarbeitungsstrategien bzw. Eigenschaften wie Beharrlichkeit und Lernorientierung in den gesamten Rehabilitationsprozess zu integrieren, d. h. zu diagnostizieren und mit dem Teilnehmer zu thematisieren.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '22. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Teilhabe 2.0 - Reha neu denken?' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Forschungsportal der Deutschen Rentenversicherung
Homepage: http://forschung.deutsche-rentenversicherung.de/ForschPortal...

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Referenznummer:

R/NV357357


Informationsstand: 05.06.2013

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