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Bibliographische Angaben zur Publikation

Förderung beruflicher Motivation: Das ZAZO-Gruppentraining in der Routineversorgung der medizinischen Rehabilitation

Vortrag auf dem Zweiundzwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 4. bis 6. März 2013 Mainz



Sammelwerk / Reihe:

Teilhabe 2.0 - Reha neu denken?


Autor/in:

Hinrichs, Jens; Fiedler, Rolf Georg; Hawener, I. [u. a.]


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2013, Seite 257-259


Jahr:

2013



Abstract:


Hintergrund:

Mit dem Ziel, bei Rehabilitanden die berufliche Motivation zu fördern, volitionale Steuerungsprozesse (Selbstregulation und Selbstkontrolle) zu verbessern, die berufliche Zielorientierung zu stärken und damit die Zielerreichungswahrscheinlichkeit zu erhöhen, wurde das Gruppentraining ZAZO (Zielanalyse und Zieloperationalisierung) für den medizinischen Rehabilitationsbereich entwickelt und evaluiert (Hanna et al., 2010). Basierend auf dem ZAZO-Trainingsmanual (Fiedler et al., 2011) sollen im Rahmen dieser Implementierungsstudie die Transferierbarkeit der ZAZO-Gruppentrainings in die Routineversorgung der Rehabilitation evaluiert und die Effekte auf die berufliche Motivation von Rehabilitanden überprüft werden.

Methodik:

Im Studiendesign wird die Implementierung des ZAZO-Gruppentrainings in drei Phasen realisiert:

Im ersten Schritt wurden Mitarbeiter kooperierender Kliniken/Einrichtungen im Rahmen von ZAZO-Workshops (train-the-trainer) mit den Inhalten des Trainings vertraut gemacht, um die Durchführungsobjektivität im Studienkontext zu erhöhen.

Im zweiten Schritt setzen die geschulten Mitarbeiter das Training anschießend im eigenen Behandlungssetting ihrer Klinik ein. Diese Phase wird in einem quasi-experimentellen Studiendesign zunächst in einem prä-/post- Design summativ und formativ evaluiert.

In der letzten Projektphase (Follow Up) werden die Teilnehmer nach 6 und 12 Monaten wiederholt befragt. Dabei stehen folgende Outcome-Parameter im Mittelpunkt: Berufliche Motivation; Selbstwirksamkeitserwartung; subjektive Prognose der Erwerbstätigkeit; berufliche Wiedereingliederung; AU-Tage;
Dauer der Arbeitslosigkeit. Die teilnehmenden Trainer werden zum Projektende zu einem Abschlussworkshop eingeladen, um die Praxistauglichkeit des Trainings und seine Realisierungsmöglichkeiten in ein MBOR-Konzept zu bewerten.

Ergebnisse:

Im Projektverlauf wurden bisher 7 ZAZO- Workshops durchgeführt, an denen 93 Klinikmitarbeiter (53 % Ärzte/ Psychologen; 28 % Pädagogen; 9 % Sport-/Physiotherapeuten; 10 % andere Professionen) aus 24 Klinken teilnahmen (Abb. 2). Die Evaluation der Schulungen zeigte, dass die thematischen Vorkenntnisse der Teilnehmer gering waren, jedoch das Interesse und der erwartete berufliche Nutzen des ZAZO-Gruppentrainings von den Teilnehmern hoch eingeschätzt wurde (vgl. auch Hinrichs et al., 2012). Die geringen thematischen Vorkenntnisse bildeten sich auch in einer Vorabbefragung der Kooperationskliniken (n=14) nach dem Einsatz von MBOR-bezogener Intervention ab: 60 % der Kliniken führten zum Zeitpunkt der Befragung kein Screening auf berufliche Problemlagen bei Rehabilitanden durch, 50 % der Kliniken hielten keine MBOR-spezifischen Maßnahmen im eigenen Behandlungssetting vor.

Diskussion und Ausblick:

Das Interesse von Rehabilitationskliniken am ZAZO- Gruppentraining ist auch im fortgeschrittenen Projektverlauf weiterhin groß. Ein Grund liegt u. a. darin, dass den Kliniken zum Teil noch ein MBOR-(Gesamt-)Konzept fehlt, das wiederum von den Kostenträgern zunehmend eingefordert wird. Des Weiteren ist die Wichtigkeit motivationaler Faktoren bei Rehabilitanden für eine erfolgreiche berufliche Wiedereingliederung nach der Reha unbestritten, jedoch ist das Angebot an kognitiv-behavioralen Verfahren zur Förderung beruflicher Motivation noch gering. Die Studie befindet sich aktuell in der zweiten Projektphase und Daten aus den prä-/post-Erhebungen der teilnehmenden Kliniken gehen kontinuierlich ein. In dem Vortrag werden die Ergebnisse der Implementierungsstudie vor dem Hintergrund der positiven Ergebnisse inder ZAZO-Entwicklungsstudie ausführlich diskutiert.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '22. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Teilhabe 2.0 - Reha neu denken?' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Forschungsportal der Deutschen Rentenversicherung
Homepage: http://forschung.deutsche-rentenversicherung.de/ForschPortal...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV357340


Informationsstand: 05.06.2013

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