Inhalt

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Das Potenzial hochqualifizierter Arbeitskräfte mit Behinderung in Zeiten des Fachkräftemangels: Ergebnisse einer regionalen Transitionsstudie von der Hochschule in die Erwerbstätigkeit

Vortrag auf dem Zweiundzwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 4. bis 6. März 2013 Mainz



Sammelwerk / Reihe:

Teilhabe 2.0 - Reha neu denken?


Autor/in:

Bauer, Jana; Niehaus, Mathilde; Kohl, Stephanie [u. a.]


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2013, Seite 107-108


Jahr:

2013



Abstract:


Welche Barrieren beeinträchtigen den Übergang ins Erwerbsleben von hochqualifizierten Menschen mit Behinderung und verhindern deren chancengerechte Teilhabe?

Methodik:

Um dieser Frage nachzugehen, wird am Beispiel der Region Köln-Bonn eine erste Iststand-Analyse der Situation hochqualifizierter Menschen mit Behinderung am Übergang vom Studium ins Erwerbsleben durchgeführt. Das Projekt wird von Aktion Mensch gefördert. Da öffentliche Informationen und Statistiken den Übergang für die interessierende Stichprobe nicht ausreichend abbilden können, ergänzen die mithilfe von Experteninterviews sowie im Rahmen einer Zukunftswerkstatt erhobenen Perspektiven und Optimierungsvorschläge relevanter Akteure die Datenbasis. ExpertInnen sind dabei AnsprechpartnerInnen von Institutionen oder Services, die den Übergangsprozess ins Erwerbsleben unterstützen, potentielle ArbeitgeberInnen und Verantwortliche an den Hochschulen sowie die Betroffenen selbst. Parallel dazu wurden systematische Recherchen durchgeführt, um regionale Angebote und -strukturen, die hochqualifizierte Menschen mit Behinderung auf den Übergang in das Erwerbsleben vorbereiten und sie währenddessen unterstützen, sowie Best Practice-Beispiele und Forschungsprojekte zu identifizieren.

Ergebnisse:

Die Integration aller erhobenen Informationen ermöglicht es, Barrieren und dringende Handlungsbedarfe zu identifizieren und daraus wichtige nächste Schritte abzuleiten. Erste Ergebnisse legen nahe, dass schwerbehinderte Studierende - trotz existierender Barrieren - zumeist hochmotiviert sind und häufig hervorragende Studienabschlüsse erreichen. Ihre Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt muss also anderweitig begründet sein. Hier zeigen sich auf der einen Seite Nachteile bezüglich der Möglichkeiten, das eigene Qualifikationsprofil während des Studiums zu schärfen. So ist es aufgrund behinderungsbedingter Mehrbelastungen für die Betroffenen häufig schwieriger, berufliche Netzwerke zu knüpfen. Hinzu kommen längere Studienzeiten sowie fehlende Praktika und Auslandsaufenthalte - Aspekte, die von potentiellen Arbeitgebern oft von vorneherein als nachteilig angesehen werden. Andererseits spielen psychologische Barrieren auf beiden Seiten eine bedeutsame Rolle, die oft durch Unsicherheiten und Informationslücken bedingt sind.

Diskussion/Relevanz:

Während sich zahlreiche Projekte mit der Inklusion niedrigqualifizierter Menschen mit Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt beschäftigen, wurde den hochqualifizierten Menschen mit Behinderung bisher auch in der Forschung nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Nicht nur vor dem Hintergrund der UN-Konvention, sondern auch im Hinblick auf die Herausforderungen des demographischen Wandels und drohender Fachkräfteengpässe muss diese Gruppe als Ressource für den ersten Arbeitsmarkt mehr Beachtung finden. Darum sind Projekte, die die Identifizierung von Barrieren am Übergang ins Erwerbsleben sowie die Implementierung von Strukturen zur Beseitigung dieser Barrieren zum Inhalt haben, essentiell. Das beinhaltet auch Veränderungen auf gesellschaftlicher Ebene: Es muss ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass HochschulabsolventInnen mit Behinderung Leistungsträger mit großem Potential sind, um psychologischen Barrieren entgegenzuwirken.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '22. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Teilhabe 2.0 - Reha neu denken?' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Bereich Reha-Forschung > Reha-Kolloquium
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/R...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV357313


Informationsstand: 04.06.2013

in Literatur blättern