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Bibliographische Angaben zur Publikation

Qualitätssicherung der Begutachtung von Erwerbsminderung durch die Deutsche Rentenversicherung: Entwicklung eines Prüffragenkatalogs zum Peer Review

Vortrag auf dem Zwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 14. bis 16. März 2011 in Bochum



Sammelwerk / Reihe:

Nachhaltigkeit durch Vernetzung


Autor/in:

Vogel, Heiner; Gerlich, Christian; Löffler, Siegfried [u. a.]


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2011, Seite 259-260


Jahr:

2011



Abstract:


Hintergrund:

Die Entwicklung eines systematischen Qualitätssicherungssystems für die sozialmedizinische Begutachtung ist Teil der Handlungsempfehlungen der Kommission zur Weiterentwicklung der Sozialmedizin in der gesetzlichen Rentenversicherung (VDR, 2004). Dabei ist ein schrittweises Vorgehen geplant. Aktuelles Ziel ist die Entwicklung und Operationalisierung einheitlicher Qualitätskriterien für die sozialmedizinische Begutachtung bei Fragen der Erwerbsminderung (DRV Bund, 2009). In den Fachgremien der Deutschen Rentenversicherung wurde ein Konzept für Qualitätskriterien entwickelt, das von einem hierarchischen Aufbau ausgeht.

Es sieht sechs Einzelkriterien und ein übergeordnetes Kriterium vor. Das übergeordnete Kriterium (Nachvollziehbarkeit
des Gutachtens) ist ein Qualitätskriterium, dessen Erfüllung als entscheidend und unbedingt erforderlich für die Brauchbarkeit eines Gutachtens angesehen wird. Über die sechs Einzelkriterien (Formale Gestaltung, Verständlichkeit, Transparenz, Vollständigkeit, Medizinisch-wissenschaftliche Grundlagen, Wirtschaftlichkeit) werden verschiedene Aspekte der Qualität eines Gutachtens geprüft.

Aufgetretene Mängel in den Einzelkriterien können Ansatzpunkte für eine weitere und kontinuierliche Qualitätsverbesserung von Gutachten liefern. Jedes Einzelkriterium ist durch Prüffragen operationalisiert. Dabei variieren sowohl die Anzahl der Prüffragen als auch der Umfang der erfragten Sachverhalte bei den Einzelkriterien. Alle Prüffragen zusammen bilden den sogenannten Prüffragenkatalog.

Methodik:

Das Projekt QSGUT war darauf gerichtet, eine Operationalisierung der Prüffragen und eine Manualisierung des Prüffragenkatalogs zu erarbeiten, auf Verständlichkeit und Akzeptanz zu erproben und in Abstimmung mit Peers (sozialmedizinische Expert/inn/en) eine erste Revision vorzunehmen. Der Prüffragenkatalog bzw. das Manual sollte die Grundlage für ein späteres Peer Review von sozialmedizinischen Gutachten bieten und es erlauben, wissenschaftlich begründete Kennwerte zur Qualitätsbewertung zu berechnen. Im Anschluss an die inhaltliche Analyse der vorgegebenen Prüffragen auf Stimmigkeit, Widerspruchsfreiheit, Vollständigkeit, Beantwortbarkeit und Passung zum jeweiligen Kriterium sowie die Abstimmung mit den Gremien der Rentenversicherung erfolgte eine vierstufige Graduierung der Antwortvorgaben ('keine Mängel', 'leichte Mängel', 'deutliche Mängel', 'gravierende Mängel').

Die auf dieser Grundlage erarbeitete Pilotfassung des Manuals wurde bei der Qualitätsbewertung von 24 Gutachten durch 12 erfahrene Sozialmediziner/innen zu Grunde gelegt. Die Analyse von übereinstimmenden/abweichenden Bewertungen der Gutachten sowie die inhaltlichen Rückmeldungen der Sozialmediziner/innen bot Material für die Revision des Prüffragenkatalogs in einem anschließenden Workshop mit den 12 Sozialmediziner/innen.

Ergebnisse:

Als Ergebnis des beschriebenen Entwicklungsprozesses wird ein Manual mit 21 Prüffragen, die zur Bewertung von sechs Einzelkriterien dienen, sowie einem übergeordneten Beurteilungskriterium für sozialmedizinische Gutachten vorgelegt. Die Prüffragen und die Antwortverankerungen sind erprobt und bieten eine akzeptable Grundlage für die weitere Nutzung in einem Peer Review-Verfahren.

Diskussion:

Die Manualisierung des Prüffragenkatalogs bedeutet im Kern eine Standardisierung von Qualitätsanforderungen an sozialmedizinische Gutachten und bildet damit die wesentliche Voraussetzung zur Prüfung der Reliabilität von Gutachtenbewertungen, einem wesentlichen Gütemerkmal für Gutachten, näher zu untersuchen. In den Voruntersuchungen zeigen sich unter anderem Grenzen der Standardisierung und indikationsbezogene Besonderheiten bei der Begutachtung. Eine messtheoretische Herausforderung für die angestrebte einheitliche Bewertung von Gutachtenqualitäten stellt auch die Frage nach dem Zusammenhang des übergeordneten Kriteriums mit den Einzelkriterien dar.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '20. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Nachhaltigkeit durch Vernetzung' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Forschungsportal der Deutschen Rentenversicherung
Homepage: http://forschung.deutsche-rentenversicherung.de/ForschPortal...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV336648


Informationsstand: 29.03.2011

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