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Bibliographische Angaben zur Publikation

Prädiktoren für die berufliche Wiedereingliederung in der Arbeitsplatzspezifischen Rehabilitation

Poster auf dem Zwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 14. bis 16. März 2011 in Bochum



Sammelwerk / Reihe:

Nachhaltigkeit durch Vernetzung


Autor/in:

Schmiedecke, Kerstin; Michen, P.; Nguyen, Bernard [u. a.]


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2011, Seite 220-222


Jahr:

2011



Abstract:


Hintergrund:

Zu den Leistungen der medizinischen Rehabilitation seitens der Rentenversicherung zählt der Erhalt oder die Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit (§ 9 SGB VI). Vor dem Hintergrund einer angestrebten schnellstmöglichen und effizienten Rückführung in das Berufsleben ist es erforderlich, die Interventionen für eine erfolgreiche Rehabilitation effektiver zu gestalten (Fadyl, McPherson, 2008). Eine frühzeitige Integration von beruflichen Elementen (Schonstein et al., 2003) sowie die Identifikation von Einflussfaktoren (Fadyl, McPherson, 2008) zeichnen sich als zentrale Punkte ab. Die arbeitsplatzspezifische Rehtabilitation (ASR) integriert als Erweiterung der EAP (Erweiterte Ambulante Physiotherapie) seit Jahren arbeitsbezogene Tätigkeiten in die Rehabilitation. In der internationalen Forschung zählen Alter, Schmerzangaben, Dauer der Arbeitsunfähigkeit vor der Rehabilitation, Schwere der Arbeit sowie Art und Ort der Verletzung als mögliche Prädiktoren (Holtslag et al., 2009; Lydell et al., 2005). Ziel der Evaluation war die Identifizierung von relevanten Prädiktoren in der arbeitsbezogenen Rehabilitation.

Methodik:

In der retrospektiven Kohortenanalyse der ASR-Patientenakten von 03/2003 bis 02/2009 wurden 615 Datensätze (94,1 Prozent) evaluiert. Mittels logistischer Regression erfolgte die Identifikation von Prädiktoren.

Die Auswahl erfolgte nach folgenden Kriterien:
1. Merkmale mit signifikantem Unterschied bezüglich des Status der Arbeitsfähigkeit (Af gleich arbeitsfähig; nAf gleich nicht arbeitsfähig);
2. Prädiktoren, die in der Literatur als am einflussreichsten gelten.

Ergebnisse:

Als negative Faktoren für die berufliche Reintegration wurden die Dauer der Arbeitsunfähigkeit (OR gleich 0,957, p gleich 0,006) und das Alter (OR gleich 0,967, p gleich 0,030) identifiziert. Die Patientenklientel der ASR, die ein Durchschnittsalter von 42 Jahren aufweist, stellt eine negativ selektierte heterogene Gruppe dar. Der Unfalltag liegt zum Zeitpunkt der Überweisung in die ASR im Mittel 13,8 Monate zurück. Bei über 63 Prozent der Patienten erfolgte bereits vor der ASR eine stationäre oder ambulante Rehabilitationsmaßnahme mit durchschnittlich 38,5 Einheiten. 27 Prozent der Patienten wiesen Mehrfachverletzungen auf, 63 Prozent übten eine schwere berufliche Tätigkeit aus. Zu Beginn der ASR wurde ein durchschnittlicher Belastungsschmerz von 5,2/10 auf der numerischen Skala angegeben. Die Rückführungsquote in die Arbeitswelt nach der ASR-Maßnahme lag bei 66 Prozent.

Schlussfolgerungen:

Bei der Patientenklientel der ASR handelt es sich um Unfallverletzte mit einem langwierigen Rehabilitationsverlauf, hohen Schmerzangaben und reduzierter körperlicher Leistungsfähigkeit. Als einflussreichste negative Prädiktoren für die Reintegration nach der ASR stellen sich die Dauer der Arbeitsunfähigkeit und das Alter der Patienten dar: Je länger die Phase der Arbeitsunfähigkeit
andauert und je älter der Patient ist, desto schwieriger wird die Rückführung in die Erwerbstätigkeit. Dieses Ergebnis findet sich in der Literatur bestätigt: Zum einen wird die Dauer der Arbeitsunfähigkeit als wichtigster Prädiktor für die Vorhersage einer erfolgreichen Rehabilitation identifiziert (Bürger et al., 2001; Lydell et al., 2005), zum anderen das Alter als negativer Faktor definiert (Holtslag et al., 2009; Lydell et al., 2005). Alle weiteren in der Literatur ermittelten Einflussfaktoren (Holtslag et al., 2009; Lydell et al., 2005) waren in unserer Stichprobe nicht ausschlaggebend. Dies kann mit der negativ selektierten Patientenklientel der ASR begründet werden. Das Ergebnis unterstreicht die Bedeutung, möglichst frühzeitig mit Maßnahmen zur Rehabilitation zu intervenieren, insbesondere unter Einbeziehung von arbeitsbezogenen Elementen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '20. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Nachhaltigkeit durch Vernetzung' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Forschungsportal der Deutschen Rentenversicherung
Homepage: http://forschung.deutsche-rentenversicherung.de/ForschPortal...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV336631


Informationsstand: 29.03.2011

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