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Bibliographische Angaben zur Publikation

Aufbau und Akzeptanz eines Gruppentrainings für Rehabilitanden zur Förderung beruflicher Motivation

Poster auf dem Zwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 14. bis 16. März 2011 in Bochum



Sammelwerk / Reihe:

Nachhaltigkeit durch Vernetzung


Autor/in:

Fiedler, Rolf Georg; Hinrichs, Jens; Greitemann, Bernhard [u. a.]


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2011, Seite 216-218


Jahr:

2011



Abstract:


Hintergrund:

Eine chronische Erkrankung zu haben, bedeutet für den Betroffenen häufig auch eine berufliche Neuausrichtung an die veränderten Lebenswirklichkeiten, was zu Desorientierung und unklaren Motivlagen bei der beruflichen Reintegration führen kann. Ressourcenorientierte Interventionsansätze zur Förderung von motivationalen und volitionalen Kompetenzen finden eine große Verbreitung in der Personalentwicklung, der psychotherapeutischen Versorgung und in der psychosozialen Beratung, jedoch lassen sich im Reha-Kontext nach bisherigem Wissenstand keine zielorientierten Ansätze zur Zielfindung und Zielerreichung finden (Fiedler et al., 2005). Das Gruppentraining ZAZO (Zielanalyse und Zieloperationalisierung) schließt diese Lücke. In diesem Beitrag wird der Aufbau des Trainings vorgestellt und erste Ergebnisse über die Trainingsakzeptanz bei den Teilnehmern werden dargestellt.

Aufbau des Trainings:

Das manualisierte Training (Fiedler et al., 2011) besteht aus vier Modulen, die innerhalb von zwei bis drei Wochen an unterschiedlichen Tagen mit den einzelnen Rehabilitationsgruppen durchgeführt werden und jeweils 90-100 Minuten umfassen. Jedes Modul enthält modulbezogen psychoedukative Anteile, die inhaltlich an die individuellen Gruppengegebenheiten angepasst werden können.

Im ersten Modul wird nach einer Kennenlernphase und Einstimmung in das Thema das Bewusstwerden der impliziten Motivlagen der Teilnehmer fokussiert. Die Teilnehmer generieren mit Hilfe einer Imaginationsübung Anliegen und Wünsche, die als Arbeitsgrundlage für die nachfolgenden Module dienen.

Im zweiten Modul werden die generierten Anliegen in berufsbezogene Ziele formuliert und anhand qualitativer Kriterien analysiert. Durch die Zielanalyse wird die Wahrscheinlichkeit einer realistischen Erreichbarkeit der Ziele erhöht, was die Bindung der Teilnehmer an ihre Ziele fördert.

Im dritten Modul werden die notwendigen Schritte operationalisiert, die zur Planung der Zielverfolgung und -umsetzung erforderlich sind. Die Teilnehmer schätzen ihre Ziele hinsichtlich der Punkte Commitment, Zielerreichungswahrscheinlichkeit, Zielferne, Beginn der Zielverfolgung, Anstrengungsbereitschaft, Empfinden bei Zielerreichung und Wirkung für andere ein. Durch die bewusste Auseinandersetzung mit ihren Zielen können die Teilnehmer ungünstige motivationale Strukturen bei sich identifizieren und ggf. bearbeiten.

Im vierten Modul erarbeiten sich die Teilnehmer für jedes ihrer Ziele erste Umsetzungsschritte und Teilziele und überlegen sich, was die positiven und ggf. negativen Konsequenzen sein werden, wenn das Ziel erreicht wurde. Im Anschluss erfolgt eine Priorisierung ihrer Ziele, um mögliche Zielkonflikte zu identifizieren und ggf. aufzulösen. Der Transfer in den Alltag wird über eine ressourcenorientierte Intervention eingeleitet und das Training schließt mit der Vermittlung von Zielverfolgungsstrategien (mentale Simulation; Patenschaftsvereinbarungen zwischen den Teilnehmern) ab.

Methodik:

Im Rahmen einer Wirksamkeitsstudie (Hanna et al., 2010) führten 111 Rehabilitanden das ZAZO-Training durch. Nach dem Training erhielten die Teilnehmer einen Evaluationsbogen zur Beurteilung des Gruppenprogramms. Sie wurden gebeten, u. a. ihr persönliches Interesse am Trainingsthema, die Zufriedenheit über den Gesamtverlauf bzw. Informationsgehalt und den erlebten Nutzen des Trainings für den Alltag zu beurteilen.

Ergebnisse:

Es gaben 59 Teilnehmer den Evaluationsbogen am Ende der Reha ab. Von den antwortenden Teilnehmern gaben 81,4 Prozent an, ein großes bis sehr großes Interesse am Thema zu haben. Die Zufriedenheit mit der Gesamtveranstaltung bzw. mit den vermittelten Inhalten im Training wurde von 60,3 Prozent beziehungsweise 62,1 Prozent der Teilnehmer als zufrieden bzw. eher zufrieden stellend eingeschätzt. Die Zufriedenheit mit dem persönlichen Nutzen wurde von 51,7 Prozent der Teilnehmer zufrieden bzw. eher zufrieden stellend eingeschätzt.

Diskussion und Ausblick:

Es konnte gezeigt werden, dass es unter den Teilnehmern ein hohes Interesse an der Trainingsmaßnahme zur Klärung eigener beruflicher Perspektiven gibt. Die Akzeptanz des ZAZO-Trainings kann als gut bis sehr gut bezeichnet werden. Der vorgestellte Aufbau und die manualisierte Form des Gruppentrainings machen einen ökonomischen und praktikablen Einsatz in der Routineversorgung der medizinischen Reha möglich. Eine Studie zur Implementierung in die Praxis hat im Januar 2011 begonnen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '20. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Nachhaltigkeit durch Vernetzung' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Forschungsportal der Deutschen Rentenversicherung
Homepage: http://forschung.deutsche-rentenversicherung.de/ForschPortal...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV336629


Informationsstand: 29.03.2011

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