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Bibliographische Angaben zur Publikation

Die Rückkehr zur Arbeit von Patienten mit chronischen Rückenschmerzen nach stationärer medizinischer Rehabilitation

Vortrag auf dem Achtzehnten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 9. bis 11. März 2009 in Münster



Autor/in:

Hofreuter-Gätgens, Kerstin; Koch, Uwe; Morfeld, Matthias


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Deutsche Rentenversicherung, 2009, Sonderausgabe, Seite 312-314, Bad Homburg v. d. H.: wdv Gesellschaft für Medien und Kommunikation


Jahr:

2009



Abstract:


Für die Deutsche Rentenversicherung (DRV) hat die Rückkehr zur Arbeit nach stationärer medizinischer Rehabilitation eine hohe sozialpolitische und für die Rehabilitanden eine hohe persönliche Bedeutung. Dementsprechend besteht der Behandlungsauftrag stationärer medizinischer Rehabilitation von Seiten der DRV in der Sicherung beziehungsweise Verbesserung und Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit. Außerdem soll eine möglichst dauerhafte berufliche Wiedereingliederung herbeigeführt werden.

Ziel des Beitrags von Hofreuter-Gätgens, Koch und Morfeld ist es, mithilfe strenger Beurteilungskriterien eine genaue Wiedereingliederungsquote im Sinne der DRV zu ermitteln. Anhand einer empirischen Untersuchung von chronischen Rückenschmerzpatienten soll überprüft werden, inwieweit sich unter Anwendung dieser Kriterien die beruflichen Wiedereingliederungsquoten verändern. Danach soll identifiziert werden, welche Patienten eine höhere Reintegrationswahrscheinlichkeit in den Beruf aufweisen.

Basierend auf Daten einer prospektiv kontrollierten Therapiestudie wurde eine Reanalyse mit 289 erwerbstätigen Patienten im Alter von 20 bis 64 Jahren mit erstmaliger Bandscheiben-Operation im LWS-Bereich durchgeführt. Die Erhebung erfolgte zu drei Messzeitpunkten in zwei norddeutschen Rehabilitationskliniken. Die Rücklaufquote betrug 73 Prozent.

Nach der verwendeten Definition von beruflicher Wiedereingliederung gilt ein Rehabilitand dann als erfolgreich wiedereingegliedert, wenn er wieder an der Arbeitsplatz zurückgekehrt ist, seine Arbeitsunfähigkeit nach Beendigung der Rehabilitation weniger als zwölf Wochen beträgt und kein Rentenantrag gestellt wurden. Von 198 Patienten lagen hierzu vollständige Angaben vor.

Ein Jahr nach Rehabilitationsende kehren 95 Prozent der Rehabilitanden in die Erwerbstätigkeit zurück, die Übrigen sind entweder arbeitslos oder Hausfrau. Aufgrund der zu berücksichtigenden Messkriterien reduziert sich die Quote derjenigen, die an den Arbeitsplatz zurückgekehrt sind. In dem Jahr nach dem Rehabilitationsaufenthalt haben zwei Prozent einen Rentenantrag gestellt und 14 Prozent weisen eine längere AU-Dauer als zwölf Wochen auf. Die ursprüngliche Wiedereingliederungsquote verringert sich demnach von 95 Prozent auf 76 Prozent.

Bei der Untersuchung konnten als einflussreichster Faktor auf die berufliche Rehabilitation neben den sozioökonomischen Variablen die prognostische Annahme der Wiederaufnahme der Arbeit des FABQ identifiziert werden. 80,3 Prozent der Fälle können mit den beiden Variablen zusammen richtig vorhergesagt werden.

Die Autoren fassen zusammen, dass die Rückkehrquote von 76 Prozent ein Jahr nach Rehabilitationsende als gut zu bewerten ist. Auch die Verwendung der eng gefassten Beurteilungskriterien zeigt eine gute Einschätzung der beruflichen Reintegration der Rehabilitation im Sinne der DRV. Zudem steigt die Wahrscheinlichkeit der beruflichen Reintegration der Rehabilitanden mit der sozialen Lage und der subjektiven positiven Einschätzung der Berufsrückkehr des Rehabilitanden. Angesichts der Ergebnisse ist nach Ansicht der Autoren eine Verzahnung von beruflicher und medizinischer Rehabilitation zu empfehlen, um den Anteil der nicht erfolgreich integrierten Rehabilitanden zu reduzieren.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '18. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Innovation in der Rehabilitation - Kommunikation und Vernetzung' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV3358X46


Informationsstand: 07.05.2009

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