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Bibliographische Angaben zur Publikation

Wie eng ist der Arbeitsmarkt für psychosomatische Patienten? Ein Zeitreihenvergleich parallelisierter Kontrollgruppen von zwei kontrollierten Längsschnittstudien 1999-2003

Vortrag auf dem Vierzehnten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 28. Februar bis 2. März 2005 in Hannover



Autor/in:

Hillert, Andreas; Koch, Sabine; Staedtke, Daniel [u. a.]


Herausgeber/in:

Verband Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR)


Quelle:

Deutsche Rentenversicherung, 2005, Sonderausgabe, Seite 451-453, Bad Homburg v. d. H.: WDV Wirtschaftsdienst


Jahr:

2005



Abstract:


Die aktuelle Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, unter dem Diktat von Globalisierung, Gewinnoptimierung und Controlling, ist besonders für Personen mit eingeschränkter Leistungs- und Anpassungsfähigkeit problematisch. So sind psychosomatische Erkrankungen ein Hauptgrund frühzeitiger Berentung. Empirische Daten, die darüber hinaus die Konsequenzen der Arbeitsmarktentwicklung für psychosomatische Patienten abbilden und zur Aktualisierung berufsbezogener Therapieangebote verwendet werden könnten, stehen jedoch aus.

In der Klinik Roseneck wurden bislang zwei kontrollierte Längsschnittstudien zur Evaluation berufsbezogener Therapieangebote durchgeführt. Erwartet wurde eine Zunahme beruflicher Belastungen und erschwerte Bedingungen des Erhalts der Erwerbsfähigkeit zwischen 1999-2001 und 2002-2003.

Post-hoc Auswertungen müssen grundsätzlich kritisch diskutiert werden. Insbesondere fällt auf, dass sich die Probanden der ersten Studie (1999-2001) als beruflich höher belastet darstellten. Eine Parallelisierung der Gruppen nach Kriterien wie Arbeitsunfähigkeits-Zeiten, Arbeitslosigkeit oder erlebter beruflicher Belastung wäre unschwer machbar. Es stellt sich jedoch die Frage, ob sich nicht gerade in diesen Gruppenunterschieden Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt spiegeln.

Eine Verringerung der Arbeitsunfähigkeits-Zeiten mit zunehmender Arbeitslosenquote ist gut dokumentiert. Entsprechend liegt nahe, dass das subjektive Erleben beruflicher Belastungen mit Arbeitsplatzsicherheit und (fehlenden) Alternativen korreliert und dies wiederum Einfluss auf das Inanspruchnahmeverhalten stationärer Behandlungen hat.

Wenn sich nun 2002-2003 die Perspektive selbst für beruflich weniger eingeschränkte Patienten drastisch verschlechtert hat, bestätigt dies um so mehr den Trend einer nachhaltig erschwerten Arbeitsmarktlage für psychosomatische Patienten.

Hieraus ergeben sich methodische und praktische Implikationen: Wie reliabel bleiben Messverfahren zur Erfassung berufsbezogener Einstellungen, wenn sich die Realitäten auf dem Arbeitsmarkt verändern? Unabhängig davon wird die existenzielle Notwendigkeit einer forcierten Entwicklung und Umsetzung berufsbezogener Therapieangebote nachdrücklich unterstrichen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk 'Strukturierter Merkmalkatalog' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/GL135947


Informationsstand: 11.04.2005

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