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Angaben zum Forschungsprojekt

Gesundheitsökonomische Analysen

Hintergrund:

Koronare Herzerkrankungen gehören in den mittleren Altersgruppen zu den häufigsten Todesursachen und verursachen bedeutende direkte und indirekte Kosten. Im internationalen Vergleich der Rehabilitation nach einem kardialen Akutereignis zeigen sich erhebliche Unterschiede in der sektoralen Verankerung der Maßnahmen, so weist beispielsweise die Schweiz einen im Vergleich zu Deutschland erheblich höheren Anteil an ambulant rehabilitierten kardiologischen Patienten auf. Hinsichtlich der ökonomische Bedeutung dieser Unterschiede bestehen zwar Vermutungen, die jedoch nicht durch entsprechende Evidenz unterlegt werden können. Prospektive ökonomische Studien basierend auf einem randomisierten Studiendesign zum Vergleich der ambulanten und stationären Rehabilitation von Patienten nach akutem Koronarereignis fehlen bisher.

Ziele und Fragestellungen:

Das Vorhaben befasst sich mit der Wirtschaftlichkeit ambulanter vs. stationärer Rehabilitation bei Patienten mit koronarangiographisch nachgewiesener koronarer Herzkrankheit nach akutem Ereignis. Ziel ist es, direkte und indirekte Kosten sowie Behandlungseffekte in Kategorien der präferenzbewerteten gesundheitsbezogenen Lebensqualität zu messen und die inkrementelle Kosten-Nutzwert-Relation (Kosten/qualitätsgewichtetes Lebensjahr) der ambulanten Versorgung zu bestimmen.

Studiendesign und -methoden:
Eine offene, kontrollierte und randomisierte klinische Studie zum Vergleich der stationären und ambulanten Rehabilitation bei Patienten nach akutem koronaren Herzereignis (SARAH-Studie) wird durch eine ökonomische Evaluation ergänzt. Studienarm A umfasst stationäre Rehabilitation und herkömmliche Betreuung danach, Studienarm B ambulante Rehabilitation und herkömmliche Betreuung danach. Neben den randomisierten Patienten werden auch die Patienten untersucht, die sich von sich aus zur Behandlung in einem der beiden Studienarme entschieden haben. 200 Patienten sollen innerhalb von 1,5 Jahren rekrutiert und über 1 Jahr verfolgt werden. Auf die 3-4 wöchige stationäre bzw. ambulante Rehabilitation, jeweils nach klinischem Studienprotokoll (Phase II) folgt in beiden Fällen eine ambulante Nachsorge (Phase III). In Phase II werden die Versorgungskosten in den Einrichtungen erhoben. Die in Phase III anfallenden direkten und indirekten krankheitsbedingten Kosten werden durch Patientenbefragung mittels eines Kostenbuchs gemessen. Lebensqualitätsdaten werden zu Beginn und Ende der Phase II sowie zu den Monaten 3,6,9 und 12 in Phase III erhoben. Hierzu wird der EuroQol 5D eingesetzt, der eine Berechnung von qualitätsgewichteten Lebensjahren erlaubt. Bei der ökonomischen Evaluation wird eine gesamtgesellschaftliche Perspektive angestrebt.

Praxisbezug:
Wirtschaftlichkeitsdaten ergänzen die Daten zur medizinischen Effektivität. Die Ergebnisse können Krankenhausärzten bei der Zuweisungsentscheidung, Finanzierungsträgern in der Leistungspolitik sowie Reha-Anbieter in der Versorgungspolitik unterstützen und Ansatzpunkte für Verbesserungen aufzeigen.

Forschungsverbund Ulm



Beginn:

01.01.2001


Abschluss:

31.12.2004


Art:

Verbundprojekt / Gefördertes Projekt / Studie


Kostenträger:


Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - DLR Projektträger des BMBF
Deutsche Rentenversicherung Bund



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FOFVB8P2.1


Informationsstand: 15.06.2018