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Angaben zum Forschungsprojekt

Ausbildung für schwerbehinderte Jugendliche - Bildungskooperation DGB - Siemens

In einem Pilotprojekt sollen mindestens 20 körperbehinderte, sehbehinderte oder chronisch kranke Schulabgänger deutschlandweit zum 1.2.2008 in einem Betrieb einen Ausbildungsplatz zum/ zur Industriekaufmann/frau antreten.
Die schulische Ausbildung soll an der staatlich anerkannten Siemens-Berufsschule in Paderborn als Blockunterricht stattfinden. Derzeit übernimmt 'Siemens Professional Education' bereits die schulische Ausbildung für 180 Unternehmen.
Die Entscheidung für das Berufsbild fiel für den/die Industriekaufmann/ frau, da für die Ausbildung dieses Berufsbildes in Paderborn bereits langjährige und tiefgreifende Erfahrungen vorliegen. Außerdem kann dieser Beruf von Menschen mit verschiedenen Behinderungen ausgeübt werden.
Es ist das erste Mal, dass in Paderborn schwerbehinderte Schulabsolventen ausgebildet werden sollen. Um einen reibungslosen und erfolgreichen Ablauf zu gewährleisten, wurden die Arten der Behinderung (zunächst) eingegrenzt. Der DGB und die Siemens-Ausbildung wollen zeigen, dass schwerbehinderte Jugendliche eine betriebliche Ausbildung erfolgreich absolvieren können.

Die Ausbildung verknüpft Präsenzunterricht (im Klassenraum) mit eigenständigen, computergestützten Lernen. Darüber hinaus werden über eine internetbasierte Lernplattform weitere Informationen, Aufgaben und Übungen bereitgestellt. Fragen können mit Experten online diskutiert werden. Auch ein Austausch via Internet mit den anderen Auszubildenden ist vorgesehen. Somit wird sichergestellt, dass auch während der betrieblichen Praxiseinsätze der Lernprozess weiter läuft. Erfahrene Ausbilder der Siemens AG begleiten als Tutoren den gesamten Lernprozess. Während der Schulblöcke sind die Auszubildenden in Wohngruppen oder Einzelapartments untergebracht. - Am Ende steht dann ein guter Abschluss sowie hoffentlich eine Übernahme in das Berufsleben.

Kosten:
Siemens übernimmt bereits für 180 Unternehmen die schulische Ausbildung mit sehr guten Abschlussergebnissen. Dafür zahlt das Unternehmen im Rahmen der Kooperation rund 30.000 Euro. Außerdem übernimmt es die Ausbildungsvergütung und die gesamten Ausbildungsleistungen.

Die Ausbildungsleistungen von Siemens beinhalten:
- ca. 36 Wochen Siemens-Berufskolleg ATIW (staatlich anerkannt; ersetzt den Besuch der Berufsschule vor Ort) 6 Blockphasen á 6 Wochen (Blockphasen sind nach Absprache veränderbar)
- ca. 12 Wochen berufsspezifische Zusatzqualifikationen, Blended-Learning, Seminare, etc. zur Stärkung der Fach-/ Methoden- und Individualkompetenz
- Live Learning Unterricht und Tutoring/Coaching während der Praxisphasen
- fachliche Beurteilung / Betreuung der Auszubildenden / Abstimmung mit Kooperationspartnern, IHK, etc.
- Unterstützung in Fragen und Gestaltung der Praxisausbildung
- Unterkunft während der Theorieausbildung in Paderborn: möblierte Appartements / Wohngemeinschaften incl. Warmmiete
- bezuschusstes Kantinenessen.

Für schwerbehinderte Jugendliche werden zur Integration von der Agentur für Arbeit zahlreiche finanzielle Unterstützungen angeboten, die von Zuschüssen zur Ausbildungsvergütung bis zur behindertengerechten Ausstattung des Arbeitsplatzes reichen.



Beginn:

01.02.2008


Abschluss:

27.02.2011


Art:

Eigenprojekt / Modellprojekt



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO3472


Informationsstand: 14.04.2020