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Angaben zum Forschungsprojekt

Modulare Mobilitätsverbesserungs Technologie

Im Projekt MOVEMENT wird ein modulares, vielseitig verwendbares System zur Erhöhung der Mobilität behinderter Menschen entwickelt. Den Kern bildet eine intelligente mobile Platform an welche verschiedene Module (z. B. Sitz, Roboterarm, Terminal) angekoppelt werden können. Diese Module werden durch die Verbindung mit der MOVEMENT-Plattform zu mächtigen Hilfsmitteln für Menschen mit Behinderung und alte Menschen. Die verschiedenen Module können intelligent miteinander und der Plattform interagieren und sich an verschiedene Bedürfnisse von Benutzern anpassen. Durch die 'Mobilität des Objektes' und die 'Mobilität der Information' (d. h. deren Verfügbarkeit für den Benutzer an verschiedenen Orten) wird die 'Mobilität des Benutzers' wesentlich erhöht bzw. überhaupt erst ermöglicht.

Einleitung

Mobilität ist ein Schlüsselfaktor im Bezug auf Selbstständigkeit und Selbstbestimmung und ist untrennbar mit Lebensqualität verbunden. MOVEMENT bedeutet die Überführung des 'Stands der Technik' in ein System welches dem Benutzer angepasst und modular ist und auch dem Markt entspricht um so die ' gesellschaftliche Mobilität' zu steigern.

In unserer 'Informationsgesellschaft' kann Mobilität in den folgenden drei Dimensionen beschrieben werden:
- Mobilität von Personen: Bewegen von Personen zu Orten die sie erreichen möchten.
- Mobilität von Objekten: Bewegen von Objekten zu Personen, sodass eine Interaktion möglich wird.
- Mobilität von Information: Zugänglichkeit und Transport von Information innerhalb der 'Informationsgesellschaft'.

In einer Gesellschaft in der der Anteil an alten und behinderten Personen beträchtlich steigt, muss es ein soziales und technologisches Ziel höchster Priorität sein, die drei Dimensionen der Mobilität zu gewährleisten bzw. zu verstärken. Das MOVEMENT Projekt wird diese Dimensionen der Mobilität in der 'Informationsgesellschaft' durch entsprechende Forschung und Entwicklung ansprechen. Praktikable Module, welche Personen, Objekte und Information 'bewegen' können, werden Ziel dieses Prozesses sein. Existierende technische Lösungen wie z. B. konventionelle Rollstühle oder stationäre Terminals werden durch ein erweiterbares System intelligenter und interagierender Module ersetzt um so die 'Mobilität' alter und behinderter Personen zu erhöhen.

Projektziele

Im vergangenen Jahrzehnt gab es eine Entwicklung von immer komplexeren Rollstühlen mit verschiedenen Möglichkeiten der Navigation, Steuerung und verschiedenen Möglichkeiten Personen zu transportieren. Diese Systeme erreichten nie die Marktreife weil sie zu unhandlich und zu schwierig zu bedienen sind. Im allgemeinen sind es auf eine Person abgestimmte Einzellösungen und insgesamt sehr kostenintensiv.

Um diese Nachteile zu verhindern, zielt MOVEMENT auf die Entwicklung einer neuartigen Lösung zur Unterstützung der persönlichen Mobilität welche die Erwartungen der Benutzer, unauffälliges Aussehen, flexibel anpassbar, finanziell leistbar, bezüglich einer Mobilitätshilfe erfüllen soll. Deshalb sind die Ziele des Projektes:

- Alle drei Aspekte der Mobilität (bewegen von Personen, Objekten und Information) sollen durch ein modulares Set von Hilfsmitteln, die entsprechend den Benutzeranforderungen frei kombinierbar sind, abgedeckt werden.
- Eine marktreife Lösung soll bald nach Projektende zur Verfügung stehen.
- Die Projektergebnisse werden publiziert um den zukünftigen Benutzern, Betreuungseinrichtungen und Kostenträger frühzeitig Informationen über die Entwicklung zu geben und so schon während der Projektlaufzeit eine Bewusstseinsbildung auf europäischem Niveau zu erreichen.

Technische Ziele
Die MOVEMENT Module schließen die existierenden technischen Lücke:

- Entwicklung der individuellen Systemmodule mit einer mobilen (Roboter) Plattform im Mittelpunkt und verschiedenen Anwendungsmodulen welche an die Plattform angekoppelt werden können.
- Entwicklung eines adäquaten Sensorsystems um die Navigation der mobilen Plattform im Wohnbereich zu ermöglichen.
- Entwicklung einer intuitiven, selbstadaptierenden Schnittstelle zum Benutzer um das System für alte und behinderte Personen bedienbar zu machen.
- Integration des Systems in 'intelligente Hausinstallationen'
- Entwicklung eines mobilen Terminals welches von der Plattform bewegt werden kann.
- Bewertung und Verfeinerung der Module und des Schnittstellen in mehreren Zyklen. Die Benutzer die in das Projekt eingebunden werden spezifizieren nicht nur die Anforderungen an das System sondern bewerten auch mehrmals während der Entwicklung die Ergebnisse.
- Demonstration des modularen Systems und seiner Vorteile. Experten in Gerontologie, Gerontechnologie, Sozialvorsorgeeinrichtungen, Altenverbände und die Öffentlichkeit als solche wird schon während der Projektlaufzeit entsprechend informiert.
Um die gesteckten Ziele zu erreichen integriert das Projektkonsortium `Know how' aus aktuellen Entwicklungen auf den Gebieten der industriellen Automatisation, Transporttechnologie, Rollstuhlbau, Robotik, Sensoren und Steuerungen, Mensch-Maschine Schnittstelle, Rehabilitationstechnik und Gerontechnologie.



Beginn:

01.09.2004


Abschluss:

31.08.2007


Art:

Gefördertes Projekt


Kostenträger:


Europäische Kommission
MOVEMENT ist ein 'Specific Targeted Research Project' (Vertragsnummer 511670), teilfinanziert durch die INFSO DG der Europäischen Kommission innerhalb der RTD Aktivitäten der Thematischen Priorität 'Information Society Technologies' (Activity code IST-2002-2.3.2.10. des 6ten Rahmenprogramms).



Weitere Informationen


Abstract

Modular Versatile Mobility Enhancement Technology

MOVEMENT aims at the development of a modular versatile mobility enhancement system. The core is formed by an intelligent mobile (robotic) platform which can attach to a user definable selection of application modules ( e. g. chair, manipulator, ICT Terminal). These modules are more or less inconspicuous mainstream articles but will become powerful assistive devices when the mobile platform attaches to them. All three dimensions of personal mobility - MOVEMENT of People - MOVEMENT of Objects - MOVEMENT of Information - are comprehensively addressed.

Introduction
As mobility is a challenging key factor for personal independence and self determination and because it is inseparably linked to our quality of life, MOVEMENT stands for the transfer from the existing state of the art to a user oriented, modular as well as market compatible system approach to enhance societal mobility.

In our 'Information Society', mobility can be described in three dimensions:
- MOVEMENT of PEOPLE: Transfer of persons to locations they want to access.
- MOVEMENT of OBJECTS: Transferring objects to facilitate an interaction with the person.
- MOVEMENT of INFORMATION: Access to and transport of information in the 'Information Society'.

In a society where the percentage of old and disabled people is increasing at a significant rate, securing all three dimensions of mobility must be a social and technological goal of the highest priority. The MOVEMENT project will address all three dimensions of mobility in the 'Information Society' by research into and development of realistic and practical modules for moving people, objects and information. Present state-of-the-art solutions such as conventional wheelchairs and stationary terminals or fixtures will be replaced by an expandable system of intelligent and interacting modules, which supports the personal mobility of old and disabled people.

Motivation
Due to the continuously increasing life expectancy of people in western countries, the percentage of motor impaired people is constantly increasing. Less recent Europe-wide statistics denoted that 1% of the population is in need of a wheelchair and an additional 5,6% of people need some kind of walking aid. When also taking persons with chronic and age related diseases (polyarthritis, rheumatism etc.) into account, recent statistics show much higher figures. In March 2003, the German Statistics Office calculated that 1,56 Million German citizens (1,9 % of the population) depended permanently or temporarily on a wheelchair. For Europe as a whole this translates to 7,1 Million people. The increasing wheelchair usage due to ageing is shown in Fig. 2 (left). Analyses in the USA have shown that only 50% to 60% of people in need of a power wheelchair are in fact able to use state-of-the-art equipment. An additional 20% to 25% could be accommodated if more intelligent controls and user interfaces were available.

Loss of motor abilities (manipulation and locomotion) especially affects the aged female population not only due to their higher life expectancy, but also as a result of gender-specific chronic diseases. Whereas 31% of the male population aged 75-84 report mobility problems, the figure for the female population is as high as 52%. As the decrease in motor ability is gradual and slow, there is no pressing reason to begin using a wheelchair. Thus, the major part of the ageing population is shying away from using conventional mobility aids (crutches, walkers, wheelchairs) due to their stigmatising effects, even if walking causes increasing stress, fatigue and pain and despite the risk of falling and the consequences thereof.

Project Aims
The last decade saw the evolution of more and more complex wheelchairs demonstrating capabilities for navigation, manipulation and transport. However, theses systems never made it to commercialisation, since they are bulky and difficult to operate. They need to be engineered for each individual human and are still all in all very costly. Recognizing the drawbacks, MOVEMENT aims at developing a new solution for supporting personal mobility which meets the users' expectations for an inconspicuous, non-stigmatising, tailorable, ready to use and affordable mobility aid. As a consequence, the objectives of the project are:

- Addressing all three aspects of mobility (moving people, objects and information) by a fully modular set of assistive devices that can be freely assembled depending on the user's needs.
- Providing a concrete solution which can be placed on the assistive technology market soon after completion of the project.
- Pursuing an active dissemination and demonstration strategy by which users, care-givers and the health system is informed about the product under development, leading to awareness creation on an European level.


Technical Aims
MOVEMENT sets out to realise the necessary modules by closing the existing technological gaps:
- Developing the individual system modules with a generic mobile (robotic) platform in the centre and several application modules for moving people, for transportation and manipulation of everyday objects.
- Developing adequate sensor systems to enable navigation of the mobile platform in a known indoor environment.
- Developing an intuitive and self-adapting high-level command user interface for controlling the entire system readily usable for old and disabled people.
- Integration of the system into intelligent housing environments.
- Developing of a mobile ICT-Terminal to be freely moved by the mobile platform.
- Evaluate and refine the modules and the interface with the 'Human-in-the-loop' paradigm, where the users not only specify the performance requirements but where they also test and evaluate the system.
- Disseminating and demonstrating the modular system and its benefits to experts in gerontology, gerontechnology, social care provision, the community of old / disabled people and to the public at large.

To achieve these goals the consortium integrates research and commercial know how from recent developments in the required fields of industrial automation, transport and wheelchair technology, manipulation and robotics devices, perception and control engineering, human computer interface technology, assistive technology and gerontechnology.


Referenznummer:

R/FO3337


Informationsstand: 10.12.2013