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Angaben zum Forschungsprojekt

Patientenbeteiligung bei medizinischen Entscheidungen - Die Implementierung von Partizipativer Entscheidungsfindung im Gesundheitswesen

Forschungsziele:
- Integration der Partizipativen Entscheidungsfindung in die medizinische Ausbildung
- Durchführung und Evaluation von Ärzte-Fortbildungen mit dem Schwerpunkt der Partizipativen Entscheidungsfindung
- Weiterentwicklung des Internet-Angebotes der Homepage des BMGS-Förderschwerpunktes

Zusammenfassung:

Hintergrund:

Die Beteiligung von Patientinnen und Patienten nach dem Handlungsmodell der Partizipativem Entscheidungsfindung trägt zu höherer Therapietreue, verbesserten Behandlungseffekten und zu höherer Zufriedenheit von Patienten und Ärzten bei. Das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung hat einen Förderschwerpunkt mit dem Ziel eingerichtet, die Auswirkungen der Patientenbeteiligung nach dem Konzept der Partizipativen Entscheidungsfindung in zehn Modellprojekten zu überprüfen (www.patient-als-partner.de). Auf der Grundlage positiver Ergebnisse in diesen Modellprojekten wurde für die zweite Förderperiode ein Transferprojekt zur Übertragung Partizipativer Entscheidungsfindung in die Regelversorgung entwickelt. Ziel dieses Transferprojektes ist es, Partizipative Entscheidungsfindung mit aufeinander abgestimmten Maßnahmen und in Kooperation mit Patientenorganisationen, ärztlichen Fachgesellschaften, Berufsverbänden und Leistungsträgern möglichst umfassend und indikationsübergreifend in die Regelversorgung zu übertragen.

Design/Methodik:
Die Maßnahmen zur Umsetzung haben modularen Charakter. Im ersten Modul (Internetseite, Informationsportal und Öffentlichkeitsarbeit) wird die bestehende Homepage des BMGS-Förderschwerpunktes zum Informations- und Kommunikationsportal ausgebaut, die Öffentlichkeitsarbeit wird intensiviert. Es werden unterschiedliche Zielgruppenbereiche adressiert (Informationen für Ärzte, für Patienten und Patientenorganisationen, Fortbildungsangebote für Ärzte, Patientenschulungen/Empowerment-Strategien für Patienten, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, wissenschaftlicher Bereich). Im zweiten Modul (CMC-zertifizierte Ärztefortbildung) werden Kommunikationstrainings, welche Ärzte zu patientenzentrierter Kommunikation befähigen, in überregionalen Ärzteschulungen eingesetzt. CMC-zertifizierte Fortbildungen in Fachzeitschriften und im Internet ermöglichen die Erhöhung der ärztlichen Kompetenz mit dem Schwerpunkt der partizipativen Entscheidungsfindung bei Ärzten aller medizinischen Disziplinen ort- und zeitunabhängig durch Selbststudium. Im dritten Modul (Integration in die medizinische Ausbildung) werden die Inhalte der partizipativen Entscheidungsfindung in ausgewählte Pflichtfächer des Medizinstudiums übertragen. Dabei wird den kooperierenden Universitätseinrichtungen ein didaktisch auf die Belange der studentischen Ausbildung entwickeltes Curriculum zum Kompetenzaufbau hinsichtlich der Einbeziehung von Patienten bei medizinischen Entscheidungen zur Verfügung gestellt. Im vierten Modul (Verbreitung über Fachtagungen und Kongresse) erfolgt die Vermittlung fachlicher und praktischer Kompetenzen zur Beteiligung von Patienten bei medizinischen Entscheidungen durch wissenschaftliche Öffentlichkeitsarbeit. Zusätzlich werden die im Rahmen des Transferprojektes und des Förderschwerpunktes 'Der Patient als Partner im medizinischen Entscheidungsprozess' jährlich stattfindenden Fachtagungen weitergeführt.

Ergebnisse:

Erste Schritte zur Umsetzung des Transfers in diesem Bereich wurden bereits unternommen. Im Rahmen einer Befragung der Kommission Lehre der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Psychologie, über die die medizinische Ausbildung an den deutschen Hochschulen bezüglich der ärztlichen Gesprächsführung konzeptionalisiert und durchgeführt wird, wird derzeit die Bereitschaft der Hochschullehrer zur Implementierung der Partizipativen Entscheidungsfindung in die medizinische Ausbildung erhoben.

Fortführung:
Es wird erwartet, dass insbesondere die Maßnahmen zur Implementierung in der medizinische Ausbildung über die Projektlaufzeit hinaus eine positive Auswirkung haben, da in diesem Transferprojekt über den ursprünglichen Charakter der Modellprojekte hinaus eine langfristige wirksame Intervention in relevanten Institutionen der Gesundheitsversorgung durchgeführt wird.



Beginn:

01.07.2005


Abschluss:

30.06.2007


Art:

Gefördertes Projekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS) im Rahmen des Förderschwerpunktes 'Der Patient als Partner im medizinischen Entscheidungsprozess'



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO3295


Informationsstand: 04.03.2014