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Angaben zum Forschungsprojekt

Kompetenz plus - Situationsanalyse und Erhebung des Bildungsbedarfs schwerbehinderter Arbeitnehmer im Betrieb

Die bfz Bildungsforschung führt im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung eine Studie durch, die die Situation und den Weiterbildungsbedarf beschäftigter schwerbehinderter Arbeitnehmer erhebt.
Diese Vorstudie schafft die Wissensbasis für eine Weiterbildungsinitiative. Ziel ist es, die Gleichstellung Schwerbehinderter in der betrieblichen Weiterbildung und damit die dauerhafte Eingliederung in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu fördern.

Die Erhebung ist branchenübergreifend und bezieht sowohl Großbetriebe als auch kleine und mittlere Unternehmen ein.

Der technologische Wandel führt zu einschneidenden Umstrukturierungen nicht mehr nur in Großunternehmen, sondern zunehmend auch in kleineren und mittleren Unternehmen.

Neue Formen der Arbeitsorganisation, wie Gruppenarbeit oder komplexere Arbeitsabläufe, stellen höhere Anforderungen an die Mitarbeiter: Eigenverantwortung, Projektmanagement-, Problemlösungs- und sozialkommunikative Kompetenzen gewinnen an Bedeutung. Sie werden notwendige Bedingung für eine langfristige Beschäftigung. Heute ist der Regelfall, dass Arbeitnehmer ihre berufliche Tätigkeit während eines Erwerbslebens mehrmals wechseln. Fähigkeiten wie Flexibilität, Lern- und Selbstlernkompetenz sind hierfür entscheidende Voraussetzungen.

Schwerbehinderte Mitarbeiter werden bisher meist an Arbeitsplätzen mit gleichbleibendem, klar definiertem und eingegrenztem Tätigkeitsfeld eingesetzt. Bei innerbetrieblichen Umstellungsmaßnahmen werden sie deshalb tendenziell an den Rand des Geschehens gedrängt. Eine konsequente Förderung der personalen Kompetenzen würde jedoch auch diesen Mitarbeitern flexiblere Einsatzmöglichkeiten im Betrieb eröffnen und damit zur Sicherung einer langfristigen Beschäftigung beitragen.

Obwohl schwerbehinderte Arbeitnehmer in der betrieblichen Personalentwicklung formell gleich behandelt werden, nehmen sie in der Regel in wesentlich geringerem Maße an Qualifizierungsmaßnahmen teil als nicht behinderte Mitarbeiter. Um den Ursachen hierfür auf den Grund zu gehen, wurde die Initiative 'Kompetenz plus' ins Leben gerufen.

Über Befragungen von Personalverantwortlichen, Personalentwicklern, schwerbehinderten Mitarbeitern, Schwerbehindertenvertretungen, Hauptfürsorgestellen sowie Weiterbildungsinstitutionen wird geprüft, ob folgende Leitziele einer möglichen Weiterbildungsinitiative dem aktuellen Handlungsbedarf entsprechen:

* Das bestehende Weiterbildungsangebot soll ergänzt werden und zusätzliche Angebote, die den behinderungsspezifischen Weiterbildungsbedarf (personale Kompetenzen zum Ausgleich behinderungsbedingter Nachteile) decken (Entwicklung und Implementieren von Modulen für schwerbehinderte Arbeitnehmer).

* Weiterbildungsträgern und betrieblichen Personalentwicklern sollen Hilfen für die didaktische und methodische Anpassung der Weiterbildung an die Bedarfe bestimmter Behinderungsarten sowie für technische Voraussetzungen behinderungsgerechter Weiterbildungsangebote an die Hand gegeben werden.

* Bestehende regionale Weiterbildungsträger (Berufsförderungswerke, Berufsbildungswerke, sonstige Weiterbildungsträger) sollen aufgefordert werden, ein integriertes Weiterbildungsangebot bereitzuhalten, das Schwerbehinderten zugänglich ist.

* Personalverantwortliche und betriebliche Personalentwickler sollen sensibilisiert werden für die besondere Berücksichtigung schwerbehinderter Arbeitnehmer bei der betriebsinternen Personalentwicklung.

* Regionale Qualifizierungsberater sollen die ökonomische und effektive Abwicklung der Weiterbildungsinitiative erproben, Kriterien für Auswahl und Finanzierung (angemessene Beteiligung der Arbeitgeber) konkretisieren und evaluieren. (Diese Aufgabe der Qualifizierungsberatung kann später übernommen werden von den Integrationsfachdiensten oder Integrationsämtern.)

* Neue Finanzierungs- und Organisationsmodelle sollen Schwerbehinderten den Zugang zu betrieblicher Personalentwicklung sowie den Besuch regionaler Weiterbildungsangebote erleichtern.

Hinweis: Die Informationen zu diesem Projekt sind archiviert und werden nicht mehr aktualisiert.



Beginn:

01.01.2002


Abschluss:

31.12.2003


Art:

Gefördertes Projekt / Studie


Kostenträger:


Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung - BMGS (2002-2005)
(vorher: Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung - BMA; seit 2005: BMAS)



Weitere Informationen


Abstract

Competence plus - situational analysis and recording of training needs of employers of the severely disabled in business

The bfz Educational Research is carrying out a study on behalf of the Bavarian State Ministry of Labour and Social Order, Family, Women and Health which records the situation and further education needs of employers employing severely disabled people. This pre-study creates the basis of knowledge for a further education initiative. The aim is the accordance of equal status for severely disabled people in operational further education and thus support of permanent integration into the general job market.

Whether the following basic aims of a possible further education initiative agree with the current action needs will be tested by means of questionnaires of those responsible for staff, those developing personnel, disabled staff, disabled representatives, Main Welfare Offices as well as institutions of further education.


Referenznummer:

R/FO2356


Informationsstand: 29.11.2019