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Angaben zum Forschungsprojekt

Digitales Lernen von Menschen mit Sehbeeinträchtigungen in der beruflichen Wiedereingliederung (DigiSeB)

Digitalisierung in der beruflichen Bildung ist ein hochaktuelles und stark diskutiertes Forschungsfeld; auch innerhalb der beruflichen Rehabilitation entwickeln sich aktuell zahlreiche innovative Gestaltungsmöglichkeiten, um Menschen mit Beeinträchtigungen bei der beruflichen Eingliederung zu begleiten. Dabei sind jedoch auch Grenzen beispielsweise im Kontext des pädagogischen Bezugs oder der peer-Kontakte zu berücksichtigen. Inwieweit ein digitales Lernen im Feld der beruflichen Wiedereingliederung von Bedeutung sein kann und wie dies konkret auszugestalten wäre, ist Gegenstand des Projektes DigiSeB, welches in Kooperation mit der Berufsförderungswerk Würzburg gGmbH durchgeführt wird.

Das BFW Würzburg ( https://www.bfw-wuerzburg.de ) wendet sich einer spezifischen Zielgruppe zu, Menschen mit Blindheit und Sehbehinderung, für die assistive Technologien seit jeher eine besondere Bedeutung einnehmen. Als eines von vier Berufsförderungswerken in Deutschland bietet der Standort Würzburg für die Personengruppe eine zentralisierte Lösung zu Fragen der beruflichen Wiedereingliederung an; durch die Bündelung von Fachkompetenz und die Komplettversorgung der Zielgruppe vor Ort wird eine umfassende Erfüllung des Rehabilitationsauftrages angestrebt. Dem steht allerdings der oftmals gegebene Wunsch Betroffener nach regionalen Unterstützungsangeboten entgegen. Die Bedeutung der wohnortnahen Rehabilitation für den Rehabilitationserfolg, die Bedeutung der Sozialraumorientierung für die anschließende Rückkehr in das Erwerbsleben sowie die Forderung nach Teilhabe gemäß der VN - Behindertenrechtskonvention erfordern eine Stärkung der Diversifizierung und Dezentralisierung. Diesem Anliegen begegnet das BFW Würzburg mit einem umfassenden E-Learning-Angebot auf Basis eines integrierten Vermittlungskonzepts über Blended Learning. Durch eine kombinierte Betreuung durch TeleCoaches in Online-Phasen sowie dem Erfahrungsaustausch und der persönlichen Betreuung in Präsenzphasen sollen die Lernergebnisse optimiert und die Bedarfe nach Wohnortnähe erfüllt werden. Durch die CoVid-19-Pandemie war das BFW Würzburg gefordert, Umschulungsangebote in Präsenzform einzustellen und zunehmend digitales Lernen zu ermöglichen.

Die im Rahmen der aktuellen Situation deutlich erweiterten Aktivitäten des BFW Würzburg im Hinblick auf digitale Lehr- und Lernformate zur beruflichen Rehabilitation werden über 18 Monate hinweg durch den Lehrstuhl für Sonderpädagogik V der Universität Würzburg wissenschaftlich evaluiert, um dieses Angebot schrittweise zu optimieren, zugleich aber auch weiterführende Impulse für evtl. wohnortnahe Formen der Rehabilitation zu generieren. Der Fokus liegt auf der Erfassung der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität der digitalen Lernangebote unter besonderer Berücksichtigung individueller Teilnehmendenverläufe.

Folgende Forschungsfragen stehen dabei im Zentrum:

- Welche besonderen Bedarfe zeigt die Zielgruppe der Rehabilitanden mit Sehbeeinträchtigung im Hinblick auf digitale Lernformate im Rahmen der beruflichen Rehabilitation?
- Welche strukturellen Rahmenbedingungen für digitales Lernen sind bisher durch das BFW Würzburg geschaffen worden, um eine gelingende berufliche Rehabilitation zu ermöglichen?
- Welche prozessorientierten Rahmenbedingungen für digitales Lernen - vor allem hinsichtlich der didaktisch-methodischen sowie auch der rehapädagogischen Konzeption - sind bisher durch das BFW Würzburg geschaffen worden, um eine gelingende berufliche Rehabilitation zu ermöglichen?
- Welche individuellen Rehabilitationsverläufe können im Rahmen der Bedingungen des digitalen Lernens identifiziert werden?
- Welche Konsequenzen ergeben sich aus den Ergebnissen der Evaluation für die konzeptionelle Weiterentwicklung digitaler Lernformate, aber auch der beruflichen Rehabilitation insgesamt?
Aus den gewonnenen Erkenntnissen erwartet das Forschungsteam weitreichende Impulse bezüglich digitalen Lernformaten, die ebenso für andere Handlungsfelder der Beruflichen Rehabilitation sowie auch der Benachteiligtenförderung mit unterschiedlichen Zielgruppen von Bedeutung und zugleich befruchtend sein dürften.



Beginn:

01.09.2020


Abschluss:

28.02.2022


Art:

Evaluation



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO125963


Informationsstand: 30.09.2020