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Angaben zum Forschungsprojekt

IPS-ZIB - Individual Placement and Support-Coaching - Zurück ins Berufsleben

Bisherige Praxis:
Die aktuelle Situation in der Psychiatrie ist gekennzeichnet durch einen starken Bruch in der Versorgung nach der Krankenhausbehandlung. Es gibt einen geringen Bezug der SGB-V Krankenhauswelt zur Arbeitswelt und den Möglichkeiten der Rehabilitation. Solche Brüche führen letztendlich zu einem hohen Anteil auch junger psychisch kranker Menschen in den Werkstätten für behinderte Menschen oder zu einem hohen Anteil von frühen Berentungen wegen Erwerbsminderung. Bei der Rentenversicherung stehen zeitlich limitierte Maßnahmen zur Integration im Vordergrund, bei denen aber nach Aufnahme einer Beschäftigung die Unterstützung schnell endet. Kaum eine Rolle spielt die Unterstützte Beschäftigung.

Maßnahme und Innovationspotenzial:
Die Zielgruppe benötigt frühzeitige, passgenaue, in der Behandlung beginnende sowie in den Überleitungsprozess integrierte Interventionen zur Sicherung der Teilhabe am Arbeitsleben, die bei Bedarf in eine (zunächst) unbefristete Unterstützung am Arbeitsplatz münden. Die evidenzbasierte Antwort bei Erwachsenen auf diese Fragestellung bietet der Supported Employment (SE) Approach mit dem (zeitlich unbefristeten) IPS-Coaching (Individual Placement and Support) durch einen Job-Coach als zentraler Kern.
Neu sind
1. Der sehr niedrigschwellige Zugang direkt aus der psychiatrischen Krankenhausbehandlung (voll-/teilstationär u. Institutsambulanz bis zu drei Monate nach voll-/teilstationärer Behandlung).
2. Das frühzeitige, möglichst vor der Chronifizierung der Erkrankung beginnende Assessment.
3. Die unmittelbar darauf aufbauende, umfassende und personengenau angepasste Intervention zum Wiedereintritt in das Berufsleben inklusive der weiteren individuellen Begleitung am Arbeitsplatz.
4. Innovativ ist ebenfalls der Einsatz eines flexiblen individuellen Budgets im Kontext eines IPS-Coachings.
5. Hervorzuheben ist vor allem, dass die synchronisierte und abgestimmte Begleitung des IPS-Coachings durch das psychiatrische Regelbehandlungssystem diese übliche Schnittstelle überwindet.

Zieldefinition:
Das Hauptziel ist, psychisch kranke Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf in Krankenhausbehandlung durch frühzeitige an der Person orientierte evidenzbasierte Interventionen zur Teilhabe am Arbeitsleben (Individual Placement and Support, IPS) zu erreichen und zu unterstützen, so dass eine nachhaltige berufliche Eingliederung in den allgemeinen Arbeitsmarkt ermöglicht wird. Spezifizierte Teilziele bzgl. der beruflichen Teilhabe sowie der Vernetzung von Akteuren liegen vor.

Zusätzlicher Erkenntnisgewinn:
Evidenzbasierte Supported Employment-Ansätze (IPS-Coaching) bieten ein hohes Potenzial für die psychiatrische Rehabilitation. Das Modellvorhaben wird wissenschaftlich begleitet und untersucht unter den realistischen Bedingungen der psychiatrischen Versorgung, ob sich der Ansatz im Behandlungsalltag bewährt, welche Kombinationen bestehender Regelleistungen und IPS-Coaching im Einzelfall sinnvoll und welche ergänzenden Bedingungen für ein unterstützendes Netzwerk vor Ort erforderlich sind.

Aussicht auf Verstetigung:
Sobald erkennbar wird, welche Kombinationen bestehender Regelleistungen und IPS-Coaching sich als praktikabel erweisen, kann die personen- und verlaufsbezogene Intervention als Regelangebot "ausgerollt werden" und ggf. Standardmaßnahmen der DRV ersetzen. Zu bearbeiten ist v.a. die Schnittstelle im Verlauf, d.h., welche Personen tatsächlich eine unbefristete Begleitung am Arbeitsplatz benötigen und wie und wo diese Leistung einschließlich des regionalen Netzwerkes institutionell verankert wird.



Bezug des Projekts zur internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF):
Die ICF ist kein ausdrücklicher Forschungsgegenstand, wird aber im Vorhaben genutzt, z.B. durch den Einsatz ICF-basierter Instrumente / Skalen zur Beschreibung von Untersuchungsvariablen, Verlaufsdokumentation, Ergebnismessung etc.



Beginn:

01.01.2020


Abschluss:

31.12.2024


Art:

Gefördertes Projekt / Modellprojekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS); Bundesprogramm "Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben - rehapro"



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO125945


Informationsstand: 28.05.2020