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Angaben zum Forschungsprojekt

SEMRES - Steuern mit dem Rehakompass: Alle in einem Boot. Schnittstellenmanagement zur frühzeitigen Ermittlung des Rehabilitationsbedarfs und rechtzeitigen Vermittlung in die Rehabilitation von Menschen mit Suchterkrankungen

Ziele des Projekts sind:

- die lebensweltnahe, frühzeitige Identifizierung von Menschen, die an einer Abhängigkeitserkrankung leiden bzw. von Menschen, die gefährdet sind, eine Abhängigkeitserkrankung zu entwickeln, und
- deren rechtzeitige Steuerung in passende Maßnahmen der Rehabilitation bzw. Prävention.

Hintergrund:

Oft vergeht viel Zeit, bevor Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen bzw. -gefährdungen Hilfe suchen oder erhalten. Scham- und Schuldgefühle, krankheitsbedingte Barrieren sowie immer noch bestehende gesellschaftliche Stigmatisierungen führen bei vielen betroffenen Menschen, aber auch bei ihrem Umfeld häufig dazu, dass die Probleme über eine lange Zeit verschwiegen, bagatellisiert oder verleugnet werden. Darum werden hilfreiche Rehabilitations- oder Präventionsmaßnahmen häufig sehr spät — manchmal zu spät — angetreten. Dies senkt die Erfolgschancen für eine Gesundung und für die Wiederherstellung der sozialen und beruflichen Leistungsfähigkeit erheblich. Aus diesem Grund besteht ein dringender Bedarf an einem einfach erreichbaren Angebot, das betroffene Menschen und ihr soziales und berufliches Umfeld dabei unterstützt, Rehabilitations- bzw. Präventionsbedarf rechtzeitig zu erkennen und den Weg in die Prävention oder Rehabilitation zu bahnen.

Inhalte:

Unterschiedliche lebensweltnahe soziale, betriebliche und medizinische Strukturen (z.B. Jobcenter, Sozial-, Familien-, Jugendberatungsstellen, Sportvereine, betriebliche Gesundheitsstrukturen, Mitarbeiter*innen in Krankenhäusern, Selbsthilfeeinrichtungen …) sollen im Rahmen des Modellprojekts befähigt werden, suchtgefährdete oder erkrankte Menschen zu erkennen und adäquat anzusprechen. Die betroffenen Menschen wenden sich dann an einen "Lotsen" der in den sog. "Rehakompass" vermittelt: zur Information, zur Diagnostik, zur Feststellung eines Rehabilitations-/Präventionsbedarfs, zur Motivation, zur Entwicklung von Rehabilitations-/Präventionszielen und zur Unterstützung des entsprechenden Antragsverfahrens. Bei entsprechender Indikation erhalten Teilnehmende barrierearm und rechtzeitig Zugang zu einer geeigneten Präventions- bzw. Rehabilitationsmaßnahme.

Zielgruppe:

300 Menschen mit Abhängigkeitserkrankgungen/-gefährdungen in Oldenburg und Bremen soll im Rahmen des Modellprojekts ermöglicht werden, rechtzeitig und optimal vorbereitet eine Präventions-/Rehabilitationsmaßnahme anzutreten.

Evaluation:

Die innovative Maßnahme wird voraussichtlich ab Oktober 2020 angeboten. Im Rahmen der Erprobung findet eine Prozess- und Ergebnisevaluation statt.



Bezug des Projekts zur internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF):
Der bio-psycho-soziale Ansatz der ICF bildet einen konzeptionellen Bezugsrahmen für das Projekt. Die ICF ist kein ausdrücklicher Forschungsgegenstand, wird aber im Vorhaben genutzt, z.B. durch den Einsatz ICF-basierter Instrumente / Skalen zur Beschreibung von Untersuchungsvariablen, Verlaufsdokumentation, Ergebnismessung etc.



Beginn:

01.01.2020


Abschluss:

31.12.2024


Art:

Gefördertes Projekt / Modellprojekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS); Bundesprogramm "Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben - rehapro"



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Abstract

Steering with the rehabilitation compass: everybody in the same boat. Interface management for the early detection of addiction rehabilitation needs and timely navigation towards addiction rehabilitation

Aims:
Early detection of (incipient) addiction problems and their management through preventative measures and addiction rehabilitation.

Background:
Oftentimes, people with addiction problems seek or find help quite late in the course of their disease. Thus, otherwise effective preventative measures and medical rehabilitation are not as successful in preserving and restoring social and occupational performance and participation. Accordingly, there is a high need for a low-threshold service which supports people with addiction problems and their environments to detect rehabilitation needs and helps paving the way for preventative measures or medical rehabilitation.

Content:
Relevant social, organisational, and medical structures will be empowered to recognise and address addiction problems in their clients, co-workers, and patients. These will contact a "navigator” who will arrange for them to participate in the "rehabilitation compass”, an instrument to assert prevention/rehabilitation needs and to facilitate the according application process.

Target population:
300 people with (incipient) addiction problems living in Oldenburg or Bremen.

Evaluation:
The innovative measure will be rolled out starting October 2020. A process and outcome evaluation will determine its effectiveness.


Referenznummer:

R/FO125936


Informationsstand: 21.04.2020