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Angaben zum Forschungsprojekt

VVI - Vernetzung-Vorbeugung-Integration

Das Jobcenter des Landkreises Biberach hat sich zur Antragstellung entschieden, da trotz des guten Arbeitsmarktes festzustellen ist, dass eine Vermittlung in Arbeit oftmals an gesundheitlichen Einschränkungen scheitert. Neben Suchterkrankungen sind dies körperliche und psychische Erkrankungen sowie Persönlichkeitsveränderungen. Oft führt dies nach Jahren der Krankheit zu einer Erwerbsunfähigkeit.
Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, ist ein Hauptbestandteil des Projekts die Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärzten um frühzeitig den Präventionsbedarf des einzelnen Projektteilnehmers zu ermitteln.
Das im Jobcenter Biberach entwickelte Projekt "Vernetzung-Vorbeugung-Integration (VVI)" setzt an diesem Punkt an. Das Projekt VVI ist in 4 Module eingeteilt, die inhaltlich aufeinander abgestimmt sind und zeitlich ineinander greifen und so den gesamten Prozess abbilden.

Modul 1 - Vernetzung der behandelnden Ärzte/Hausärzte und Leistungsträger
Im Modul 1 geht es um die Vernetzung der Leistungsträger und Einbindung der behandelnden Ärzte. Die Einbeziehung der entsprechenden Leistungsträger hängt vom individuellen Bedarf der Projektteilnehmenden ab. Durch die frühzeitige Einbindung der Ärzte wird der aktuell vorherrschende Gesundheitszustand erfasst und konkrete Vorschläge, welche medizinischen und therapeutischen Maßnahmen für den Teilnehmer erforderlich sind, abgefragt. Der Arzt führt die notwendigen Untersuchungen durch und fasst die gesundheitlichen Einschränkungen und die konkreten Vorschläge in einem Bericht zusammen. Der gutachterliche Aufwand der Ärzte kann über das Projekt analog dem Justizvergütungs- und entschädigungsgesetz (JVEG) entschädigt werden.

Modul 2 - Vorbeugung-Individualisierte Bedarfsorientierung
Die im Projekt beschäftigten Lotsen besprechen mit dem Teilnehmenden die Untersuchungsergebnisse und erarbeiten mit ihm die einzelnen Schritte und individuellen Ziele. Sie unterstützen den Teilnehmer bei der Umsetzung der besprochenen Schritte. Bei allen Aktivitäten des Lotsen steht der individuelle Bedarf des einzelnen Projektteilnehmers im Fokus.
Der Teilnehmenden nimmt je nach Bedarf an speziell für die jeweilige Zielgruppe konzipierten Maßnahmen teil. Durch ein Bausteinsystem ist es möglich dem jeweiligen individuellen Bedarf Rechnung zu tragen.
Der Teilnehmende soll für das Thema "seine Gesundheit" sensibilisiert und begeistert werden.

Folgende Bausteine sind geplant:
- Baustein 1: Informationsveranstaltungen/motivierende Vorträge
- Baustein 2: Gesundheitstag zu verschiedenen Themenbereichen mit der Möglichkeit verschiedene Tests durchzuführen
- Baustein 3: regelmäßige Gruppenangebote (Wassergymnastik, Nordic Walking, Rückenschule etc.) über ca. 12 Wochen
- Baustein 4: medizinische Arbeitserprobungen in Facheinrichtungen (unter anderem auch zur Klärung eines möglichen medizinischen Rehabilitationsbedarfs)
- Baustein 5: Einbindung der Aktivitäten in den Alltag (Eintritt in den wohnortnahen Sportverein, Teilnahme an Lauftreffs, gesundheitsfördernde Änderungen der Lebensgewohnheiten etc.)
Um die Umsetzung des Bausteins 5 langfristig im Alltag zu manifestieren führt der Teilnehmende ein "Gesundheitstagebuch" in dem er die Umsetzung der vereinbarten Aktivitäten dokumentiert und regelmäßig mit seinem Lotsen bespricht.

Für die Zielgruppe der Personen mit Abhängigkeitserkankungen/psychischen Erkrankungen soll den Projektteilnehmern eine langfristige Maßnahme (Mindestdauer 10 Monate) zur Verfügung gestellt werden.

Modul 3 - Integration
Ziel des Projektes ist die dauerhafte und leidensgerechte Integration in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis. Hierzu stellt der Lotse direkt beim Arbeitgeber die Bedarfe fest. Er akquiriert leidensgerechte und passgenaue Arbeitsstellen und berät Arbeitgeber über Unterstützungsmöglichkeiten bei und nach der Einstellung. So bleibt der Lotse auch nach der Aufnahme einer Beschäftigung für max. 6 Monate Ansprechpartner für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Die Teilnehmer- und Arbeitgeberbetreuung findet somit aus einer Hand statt.

Modul 4 - Wissenschaftliche Begleitung
Zur besseren Überprüfbarkeit der Ergebnisse und des Projektansatzes ist geplant eine wissenschaftliche Begleitung zu implementieren.

Durch die jeweiligen Aktivitäten verbessert sich das gesundheitliche Befinden des einzelnen Projektteilnehmers deutlich und langfristig kann eine Erwerbsunfähigkeit verhindert werden. Durch den Empowermentansatz und die Implementierung der gesundheitsfördernden Aktivitäten in den Alltag, wird der Projektteilnehmende dazu befähigt, über die Laufzeit des Projekts hinaus seine Lebensgestaltung, auch über den Gesundheits- und Arbeitsbereich hinaus, positiv anzugehen. Dies verbessert die gesellschaftliche und berufliche Teilhabe.



Beginn:

01.08.2019


Abschluss:

31.07.2024


Art:

Gefördertes Projekt / Modellprojekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS); Bundesprogramm "Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben - rehapro"



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO125933


Informationsstand: 09.04.2020