Inhalt

in Projekten blättern

Angaben zum Forschungsprojekt

Begleitforschung: Offene Hilfen für Menschen mit Behinderungen in Hessen

Projektrahmen:

Das Programm der hessischen Landesregierung 'Offene Hilfen für Menschen mit Behinderungen' beinhaltet die Förderung ambulanter Hilfen - etwa Beratung von Menschen mit Behinderungen, peer-counseling und Familienentlastende Dienste.

Ziele und Fragestellungen:

Die Begleituntersuchung zielt darauf ab, zu einer Förderung und Verbesserung des Ausbaus der 'Offenen Hilfen für Menschen mit Behinderungen' beizutragen. Ihr Schwergewicht liegt dabei auf einer Evaluation der Entwicklung und Wirkungen der offenen Hilfen sowie der Rückkopplung von Untersuchungsergebnissen in die Praxis.
Die Begleituntersuchung konzentriert sich im wesentlichen auf vier Aspekte, deren Analyse und Beantwortung ein differenziertes und multimethodisches Vorgehen erfordert.

a) Welchen quantitativen Entwicklungstand weisen die ambulante Dienste bzw. offenen Hilfen für behinderte Menschen auf?
  • Erfassung bestehender Angebote ambulanter Hilfsdienste (ISB, persönliche Assistenz, betreutes Wohnen) einschließlich familienentlastender Dienste (FeD) - ohne Angebote für psychisch- und suchtkranke Menschen
  • Art, Entwicklung und Organisationsstruktur der ambulanten Dienste, ihrer Beschäftigten- und Zielgruppenstruktur, Umfang (z. B. in Stunden/Monat) und Finanzierung ihrer Leistungen (Ist-Analyse)
  • Art des Angebotes differenziert nach Zielgruppen (Geistig- und Körperbehinderte, Mehrfachbehinderte usw.) im Blick auf Ist-Stand und hinsichtlich der Soll- bzw. Entwicklungs- und Planungsperspektive.
  • In welchen Gebieten und Dienstleistungsbereichen bestehen Defizite an offenen Hilfen? (Ist-Soll-Vergleich)

b) In welcher Weise wirken sich offene Hilfen auf die Lebensführung und Integration der Menschen mit Behinderungen aus?
  • Verwirklichung der Normalisierungsprinzipien
  • Überwindung von Informations-, Orientierungs- und Mobilitätsbarrieren
  • Teilhabe am Leben in der Gesellschaft, soziale und berufliche Integration
  • Subjektive Bewertung der Hilfeempfänger hinsichtlich ihrer Lebensführung und Integration

c) Welche Probleme bestehen beim Aufbau in der praktischen Arbeit? Welche Problemlösungsmöglichkeiten gibt es?
  • Belastungen der Mitarbeiter (Arbeitsbelastungen, Burnout-Problematik usw.)
  • Qualifikations- und Schulungsprobleme, berufliche Weiterbildung und Entwicklung
  • Auswirkungen offener Hilfen auf stationäre und teilstationäre Einrichtungen, interdependende Zusammenhänge
  • Finanzierungsprobleme

d) Wie läßt sich die Qualität offener Hilfen sichern, welche Kriterien sind dabei zu beachten?
  • Angemessenheit der Leistungen in Bezug auf die Strukturbedingungen der Region (Strukturqualität)
  • Qualität der angebotenen Leistungen selbst (Prozeßqualität)
  • Der Stand der Versorgung der Betroffenen sowie ihre Einschätzung und die ihrer Bezugspersonen der Qualität des Angebotes (Ergebnisqualität)
  • Entwicklung von handhabbaren Kriterienkatalogen zur Beurteilung der Qualität offener Hilfen

Methoden:

In einer ersten quantitativ ausgerichteten Erhebung werden Daten anhand eines standardisierten Fragebogens erhoben. Im Mittelpunkt steht dabei eine ausführliche mündlichen Befragung der geförderten Dienste, die durch eine schriftliche Befragung weiterer Dienste ergänzt wird. In einem weiteren Schritt sollen in Form von ExpertInnenbefragungen inhaltliche Probleme der Arbeit herausgearbeitet werden und Vorschläge zur Optimierung der offenen Hilfen entwickelt werden. Die erste Erhebungsphase soll 1995 abgeschlossen werden, die zweite Erhebungsphase 1996. Ergänzend werden Inhalte und Ergebnisse der Begleitforschung auf zwei Tagungen und im Rahmen begleitender Arbeitsgruppen und Beiräte mit Praktikern und Kostenträgern abgestimmt. Ein erster Zwischenbericht wird Ende 1995/Anfang 1996 erscheinen, der Endbericht Anfang 1997.



Beginn:

07.11.1994


Abschluss:

31.01.1997


Art:

Gefördertes Projekt


Kostenträger:


Landeswohlfahrtsverband Hessen
Hessisches Ministerium für Frauen, Arbeit und Sozialordnung



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO1190


Informationsstand: 29.11.2019