Inhalt

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Betriebsärzte und betriebliche Suchtprävention


Autor/in:

Merchlewicz, Manuela; Peters, Claudia; Nienhaus, Albert


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie, 2010, Band 60 (Heft 2), Seite 50-57, Heidelberg: Haefner, ISSN: 0944-2502 (Print); 2198-0713 (Online)


Jahr:

2010



Abstract:


Hintergrund:

Durch den Wandel der Arbeitswelt haben die psychosoziale Belastung und das Stressempfinden von Beschäftigten in den letzten Jahren zugenommen. Da arbeitsbedingte Belastungen zu einem verstärkten Suchtmittelkonsum führen können, gewinnt die betriebliche Suchtprävention an Bedeutung. Für die Umsetzung suchtpräventiver Maßnahmen steht den Unternehmen eine Vielzahl von Akteuren zur Verfügung. Auch Betriebsärzte, deren Beschäftigungsschwerpunkt vornehmlich auf präventiven Tätigkeiten liegt, sollten im Rahmen der betrieblichen Suchtvorbeugung eine wichtige Rolle einnehmen. Mittels einer schriftlichen Befragung wurde deshalb das Engagement von Betriebsmedizinern auf dem Gebiet der betrieblichen Suchtarbeit erhoben.

Methodik:

Ein anonym auszufüllender Fragebogen wurde an 250 Betriebsärzte aus der Bundesrepublik Deutschland verteilt. Dieses Erhebungsinstrument umfasste unter anderem folgende Fragen zur Bedeutung des Themas Sucht bei der betriebsärztlichen Tätigkeit: Ob die Betriebsmediziner suchtpräventiv tätig sind, wie kompetent sie sich im Hinblick auf die Durchführung suchtvorbeugender Interventionen fühlen und ob ihrerseits Bedarf an Weiterbildungsmaßnahmen auf dem Gebiet der Suchtprävention besteht. Ferner wurde untersucht, wie Betriebsärzte ihre zukünftige Rolle in Bezug auf die betriebliche Suchtarbeit bewerten.

Ergebnisse:

Insgesamt beteiligten sich 122 Betriebsmediziner an der Untersuchung. Dies entspricht einer Rücklaufquote von 49,8 Prozent. Ein Großteil der Studienteilnehmer (68 Prozent) führte medizinische Kontrolluntersuchungen in Form von Alkohol- und Drogenscreening durch, 79,5 Prozent gingen suchtpräventiven Tätigkeiten nach. Ihrer zukünftigen Tätigkeit auf dem Gebiet der Suchtvorbeugung sprachen die befragten Betriebsmediziner überwiegend eine bedeutende Rolle zu, die es zu intensivieren gelte. Allerdings fühlten sie sich im Hinblick auf die Realisierung suchtvorbeugender Interventionen eher mäßig (52,1 Prozent) kompetent und wünschten sich vermehrt Weiterbildungsmaßnahmen in diesem Bereich.

Schlussfolgerungen:

Betriebsärzte engagieren sich bereits heute aktiv auf dem Gebiet der betrieblichen Suchtprävention und streben eine Ausweitung dieses Tätigkeitsfeldes an. Deshalb ist es sinnvoll, weitere Forschungen zur suchtvorbeugenden Arbeit von Betriebsmedizinern durchzuführen, auf deren Grundlage Weiterbildungsmaßnahmen zu suchtpräventiven Themen konzipiert werden können.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Occupational physicians and workplace drug prevention


Abstract:


Background:

Due to changes in the work environment, the mental and social pressure as well as felt stress among employees has increased over the last few years. As work-related stress can lead to an increase in substance abuse, workplace drug prevention is increasingly gaining in importance. In order to implement drug prevention measures, a company can choose a number of many different avenues. On-site occupational physicians too, whose work is mainly focussed on preventive action, can make an important contribution to workplace drug prevention. Hence, a written survey has been used to establish the commitment of occupational health doctors in the field of workplace drug prevention.

Methods:

A questionnaire that had to be filled in was distributed to 250 occupational physicians working in the Federal Republic of Germany. This information-gathering tool included, among others, the following questions regarding the extent to which addiction-related issues form part of the work of a occupational physician: whether occupational health doctors are involved in drug prevention; how competent they think they are concerning the implementation of interventions preventing addiction and whether they themselves require professional development measures in the field of drug prevention. An additional objective was to find out how occupational physicians evaluate their future role with regard to occupational drug prevention.

Results:

Overall, 122 occupational health doctors took part in the survey. This equals a response rate of 49.8 percent. A large part of the respondents (68 percent) carried out medical check-up examinations in the form of alcohol and drug screenings, 79.5 percent were involved in drug-prevention work. When asked about their future activity in the field of drug prevention, the majority of occupational physicians believed it would make up an important part of their work, which needed to be intensified. However, with regard to the actual implementation of drug-prevention measures they only tended to feel moderately (52.1 percent) competent and expressed a wish to receive further training in that field.

Conclusions:

Even today, occupational physicians are actively involved in the field of workplace drug prevention and are keen on expanding that field of activity. Therefore, it makes sense to carry out further research on the drug-prevention work conducted by occupational health physicians on the basis of which professional development measures on drug prevention issues can be developed.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie
Homepage: https://link.springer.com/journal/40664

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0064/7965


Informationsstand: 15.04.2010

in Literatur blättern