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Bibliographische Angaben zur Publikation

Gibt es bei häufigen Krankheiten ein Verdopplungsrisiko?

Arbeitsepidemiologische Anmerkungen zur Frage der Gruppentypik der Berufskrankheit Nr. 2108 BKV



Autor/in:

Seidler, Andreas; Nienhaus, Albert


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie, 1999, Band 49 (Heft 3), Seite 74-79, Heidelberg: Haefner, ISSN: 0944-2502 (Print); 2198-0713 (Online)


Jahr:

1999



Link(s):


Merkblatt zur Berufskrankheit Nr. 2108 lesen (PDF | 56 KB)


Abstract:


Das niedersächsische Landessozialgericht (LSG) gelangt in seinem Urteil vom 5.2.1998 zu der Auffassung, dass die in § 551 Absatz 1 Satz 3 RVO (a.F.) als Voraussetzung für die Aufnahme in die Berufskrankheitenliste geforderte erheblich höhere Gefährdung bestimmter Personengruppen den Nachweis eines im Vergleich zur übrigen Bevölkerung mehr als verdoppelten Erkrankungsrisikos in der gefährdeten Berufsgruppe erfordere; diese Voraussetzung könne bei den bandscheibenbedingten Erkrankungen der Lendenwirbelsäule (Berufskrankheit Nr. 2108 BKV aufgrund ihrer Häufigkeit in der Allgemeinbevölkerung nicht erfüllt werden.

Ziel des Beitrags ist eine Verdeutlichung des Zusammenhangs zwischen Relativem Risiko, Prävalenz-Odds Ratio und Prävalenz-Ratio am Beispiel einer hypothetischen Kohorte. Im Ergebnis wird gezeigt, dass eine hohe Krankheitsprävalenz in der nicht-exponierten Bevölkerung ein Relatives Risiko von zwei nicht prinzipiell ausschließt. Querschnittstudien müssen hinsichtlicht der Höhe des Relativen Risikos zurückhaltend interpretiert werden, da lediglich Prävalenz-Odds Ratios und Prävalenz-Ratios berechnet werden können.

Der insbesondere in betriebsbezogenen Querschnittstudien wirksame und in seinem Ausmaß meist nicht abschätzbare healthy worker-Effekt führt tendenziell zu einer Unterschätzung des Realtiven Risikos. Somit kann lediglich eine sachgerecht und methodenkritische Geesamtbetrachtung aller epidemiologischen Studienergebnisse zu einer spezifischen Krankheit Aufschluss darüber erbringen, ob - und bei welcher Expositionshöhe - das Kriterium der 'Risikoverdopplung' erfüllt ist.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Does risk-doubling exist in frequent diseases? Epidemiologic aspects pertaining to occupational medicine on the question of group-characteristics of occupational disease


Abstract:


The Social Court in the State of Lower Saxony (LSG) reached a verdict on February 5, 1998 in which it states the view that any adoption into the list of occupatioonal diseases as documented in paragraph 551 section 1 sentence 3 RVO, with the requirement of a considerably higher risk in certain groups of people, mandates the proof of a more than twofold risk of developing the disease in the exposed occupational group in comparison to the rest of the population; this requirement could not be fulfilled in diseases of the lumbar spine (occupational disease No. 2108 BKV) resulting from disorders of the intervertebral disks due to its rate of incidence in the general population.

The goal of this study is to clarify the relationship between the relative risk, the prevalence-odds ratio and the prevalence ratio using the example of a hypothetical cohort. The results show that a high disease prevalence in the non-exposed population does not principally exclude a relative risk due to the fact that only the prevalence-odds rations and the prevalence ratios can be used for calculation puposes. The 'healthy worker effect', which ist particularly prevalent in crosss-sectional studies performed within a company and difficult to assess in regard to its magnitude, has a tendency to result in an underestimation of the relative risk. Therefore, only a correct exmanination of all epidemiological study results pertaining to a specific disease using a critical method of analysis can give the required information as to if and at which level of exposure the criterium 'risk doubling' is actually fulfilled.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie
Homepage: https://link.springer.com/journal/40664

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0064/2436


Informationsstand: 25.08.1999

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