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Bibliographische Angaben zur Publikation

Gratifikationskrisen als psychosoziale Herausforderungen


Autor/in:

Siegrist, Johannes


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Arbeitsmedizin Sozialmedizin Umweltmedizin (ASU), 2009, 44. Jahrgang (Heft 11), Seite 574-579, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0944-6052


Jahr:

2009



Abstract:


Zur Erfassung psychosozialer Belastungen, denen in der gegenwärtigen Arbeitswelt wachsende Bedeutung zukommt, ist eine qualitätsgesicherte, theoretisch fundierte Messung erforderlich. Nur auf diese Weise lassen sich für die Praxis relevante wissenschaftliche Erkenntnisse zu Auswirkungen von belastenden Arbeitsbedingungen auf die psychische Gesundheit der Beschäftigten gewinnen.

Das hier dargestellte Modell beruflicher Gratifikationskrisen stellt einen solchen Mess-Ansatz dar. Im Zentrum des Modells steht die Hypothese, dass Verstöße gegen das Prinzip der Tauschgerechtigkeit von Leistung und Belohnung im Erwerbsleben bei den Betroffenen intensive Stressreaktionen auslösen, die längerfristig das Risiko stressassoziierter Krankheitsmanifestationen erhöhen.

Gratifikationen betreffen neben der Bezahlung den beruflichen Aufstieg und die Arbeitsplatzsicherheit sowie die nicht materiellen Aspekte der Anerkennung und Wertschätzung. Verausgabungsleistungen weisen eine extrinsische (betriebliche Anforderungen) und eine intrinsische (individuelle Verausgabungsneigung) Komponente auf.

Die Testung des Modells anhand prospektiver epidemiologischer Studien hat zusammenfassend eine Verdoppelung des Risikos ergeben, bei Vorliegen von Gratifikationskrisen in den nachfolgenden fünf Jahren eine depressive Störung zu entwickeln. Abschließend werden Maßnahmen betrieblicher Gesundheitsförderung auf individueller, interpersoneller und organisatorischer Ebene mit dem Ziel vorgeschlagen, 'gute' Arbeit einem möglichst großen Kreis von Beschäftigten zu ermöglichen.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Effort-reward imbalance at work as a psychosocial challenge


Abstract:


Psychosocial stress at work is increasingly recognized as a health risk in modern working life. To assess such risks in a reliable way, quality- assured methods with a good theoretical basis are needed. One such approach is the model of effort-reward imbalance at work described in the present paper. This model is based on the claim that violation of the basic principle of fair exchange, the reciprocity of efforts spent and rewards received at work, elicits marked stress reactions in affected employees which, if sustained, increase the risk of stress-related disorders.

Rewards include money, promotion prospects, job security and the non-material rewards of esteem and appreciation. Efforts reflect the external demands of the job, but are modified by personal motivation (for example coping patterns, over-commitment). Testing the model with data from prospective epidemiological studies revealed an overall doubling of the risk of developing an incident depressive disorder over a 5-year period for those exposed to effort-reward imbalance at work relative to that for non-exposed employees. Finally, some theoretically based policy measures at the individual, interpersonal and organisational level are proposed. They aim to promote good quality of work and working conditions which enhance the health of the majority of employees.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


ASU - Zeitschrift für medizinische Prävention
Homepage: https://www.asu-arbeitsmedizin.com/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0026/7862


Informationsstand: 05.02.2010

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