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Bibliographische Angaben zur Publikation

Rheuma und Psyche

Zu Risiken und Nebenwirkungen der modernen Arbeitswelt



Sammelwerk / Reihe:

Veröffentlichungsreihe der Arbeitsgruppe Public Health, Band P96-204


Autor/in:

Eberstein, Benita von


Herausgeber/in:

Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, Online-Ressource, 1996, 54 Seiten: PDF


Jahr:

1996



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Abstract:


Eine wissenschaftliche und gesundheitspolitische Beschäftigung mit arbeitsbedingten Risiken für rheumatische Erkrankungen (muskuloskelettale Erkrankungen) hat in der Bundesrepublik lange Zeit kaum stattgefunden. Dies scheint sich in den letzten Jahren zu ändern, nach wie vor aber richtet sich das Interesse fast ausschließlich auf körperliche, vor allem biomechanische Belastungen. Nur selten werden psychosoziale Belastungen und wenn, dann vorwiegend 'Stress' und mit diesem verbundene Muskelverspannungen als Risikopotenzial in Erwägung gezogen. Dabei wird als Stressursache vor allem Leistungsüberforderung am Arbeitsplatz thematisiert. Vernachlässigt werden emotionale Probleme, und zwar in zweierlei Hinsicht: zum einen als integraler Bestandteil von Stressreaktionen, zum ändern als Folge von Frustrationen, Kränkungen oder Bedrohungen, die nicht (primär) aus dem Leistungsbereich stammen.

Dieses Papier will dazu beitragen, dieses Defizit abzubauen, indem Befunde und Thesen der 'Psychorheumatologie', welche sich seit langem mit erhöhten Rheumarisiken bei bestimmten psychischen Prädispositionen beschäftigt, auf den Erwerbsarbeitsbereich bezogen werden. Insbesondere chronische Angst, Aggressivität und deren Hemmung können zu erheblichen Tonuserhöhungen der Muskulatur führen und damit offenbar auf die Dauer das Rheumarisiko erhöhen. Dabei dürfte es im Hinblick auf die Erkrankungswahrscheinlichkeit unerheblich sein, ob chronische emotionale Erregung aus inneren (psychischen Konflikten) oder äußeren Bedingungen der Arbeitswelt, und ob Emotionshemmung aus inneren oder äußeren Zwängen resultiert: innere und äußere Ursachen können im Hinblick auf chronische Muskelanspannungen als funktional äquivalent gelten.

Wenn hier wirklich eine bislang vernachlässigte zusätzliche Dimension der Rheumagefährdung im Arbeitsleben besteht, dann ist mit einem erheblich größeren Risikopotenzial zu rechnen als nach herkömmlichen Erklärungsansätzen angenommen wird. Besonders groß wäre die Gefährdung für psychisch bereits prädisponierte Menschen, aber auch für bestimmte Beschäftigtengruppen, die im Arbeitsalltag ohnehin schon von biomechanischen und Stressbelastungen durch Leistungsdruck besonders betroffen sind.

Abschließend werden verschiedene Problemdimensionen skizziert, die mit wirtschaftlichen Modernisierungs- und Rationalisierungsprozessen verbunden sind und ein erhebliches Angst- und Aggressionspotenzial sowie zunehmende Zwänge zur Emotionshemmung enthalten; damit kann sich das Risiko für rheumatische (und andere) Erkrankungen für (noch) Beschäftigte und Arbeitslose weiter erhöhen.

[Aus: Autorenreferat]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Buch/Monografie / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung gGmbH (WZB)
Presse- und Informationsreferat
Homepage: https://www.wzb.eu/de
Homepage: https://bibliothek.wzb.eu/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV2887


Informationsstand: 21.09.2005

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