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Bibliographische Angaben zur Publikation

Erschöpfung, Reha-Bedürftigkeit und Motivation zur Rückkehr ins Erwerbsleben bei Personen, die einen Antrag auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation gestellt haben

Vortrag auf dem Vierzehnten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 28. Februar bis 2. März 2005 in Hannover



Autor/in:

Kobelt, Axel; Grosch, Eberhard; Ehlebracht-König, Inge [u. a.]


Herausgeber/in:

Verband Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR)


Quelle:

Deutsche Rentenversicherung, 2005, Sonderausgabe, Seite 139-140, Bad Homburg v. d. H.: WDV Wirtschaftsdienst


Jahr:

2005



Abstract:


Die Entscheidung über Leistungen zur medizinischen Rehabilitation stützt sich maßgeblich auf die Angaben des berichtenden oder begutachtenden Arztes zu Diagnosen, den Symptomen und den durch die Erkrankung verursachten Krankheitsfolgen für die Teilhabe am Arbeitsleben des Versicherten, sowie auf den vermuteten Erfolg hinsichtlich Funktionserhalt und Wiedereingliederung ins Erwerbsleben. Gleichzeitig besteht nur eine geringe Korrelation zwischen der subjektiven Rehabilitationsbedürftigkeit des Antragstellers und der ärztlich festgestellten objektiven Rehabilitationsbedürftigkeit.

Erschöpfung allein wurde in den letzten Jahren zunehmend weniger als Indikation zur medizinischen Rehabilitation anerkannt. Dabei spielt Erschöpfung bei der Antragstellung auf medizinische Rehabilitation eine bedeutende Rolle. Die chronische Erschöpfung wird in der den Krankheitsdiagnosen zugrundeliegenden ICD nur unzulänglich beziehungsweise lediglich in Teilimensionen erfasst, so dass die tatsächliche Interaktion zwischen Erschöpfung und somatischen Beschwerden oder vegetativer Dysregulation möglicherweise unterschätzt und nicht ausreichend in den Rehabilitationskonzepten berücksichtigt wird.

Einer Zufallsstichprobe von Versicherten der LVA Hannover, die einen Antrag auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation gestellt hatten, wurde ein Screening-Fragebogen mit Skalen zur Mobilität, körperlichen Aktivität, beruflichen Erschöpfung, sozialen Unterstützung, Lebensbewältigung, allgemeinen Erschöpfung sowie mit dem SCL14 und Items zu den Arbeitsbedingungen und der Rückkehrmotivation zugeschickt.

Insgesamt waren 70,2 Prozent der Reha-Antragsteller auffällig erschöpft. Die erschöpften Rehabilitanden schätzten sich signifikant weniger mobil und körperlich weniger aktiv ein und waren deutlich depressiver, ängstlicher und mit somatoformen Beschwerden belasteter als die nicht erschöpften Reha-Antragsteller. Dementsprechend hatten die erschöpften Antragsteller einen signifikant erhöhten Rehabilitationsbedarf.

Die Ergebnisse legen die Vermutung nahe, dass die Anstrengung der Bewältigung der durch körperliche oder psychische Beschwerden bedingten Teilhabestörungen konsekutiv die Rehabilitationsbedürftigkeit verstärkt. Es wird diskutiert, ob dem Grad der Erschöpfung möglicherweise auch eine Moderatorfunktion bei der Fähigkeit zukommt, das Rehabilitationsangebot gewinnbringend zu nutzen und in den Alltag umzusetzen. In einer Längsschnittstudie soll der Einfluss des Erschöpfungsgrades auf die Rehabilitationsprognose weiter untersucht werden.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk 'Strukturierter Merkmalkatalog' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-...

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Referenznummer:

R/GL13596


Informationsstand: 24.03.2005

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