Inhalt

in Urteilen und Gesetzen blättern

Angaben zum Urteil

Rundfunkbeitragspflicht schwerbehinderter Menschen

Gericht:

BVerwG 6. Senat


Aktenzeichen:

BVerwG 6 C 48.16 / 6 C 48.16


Urteil vom:

28.02.2018


Grundlage:

GG Art. 3 Abs. 1 / GG Art. 3 Abs. 3 S. 2 / GG Art. 5 Abs. 1 S. 2 / RBStV § 2 Abs. 1 / RBStV § 2 Abs. 2 S. 1 / RBStV § 4 Abs. 2 S. 1 Nr. 1-3 / RBStV § 4 Abs. 6 S. 1 / SGB IX § 69 Abs. 1 / SGB IX § 126 Abs. 1



Leitsätze:

1. Die Rundfunkbeitragspflicht für private Haushalte ist mit dem Grundgesetz vereinbar. Insbesondere sind Wohnungen geeignet, den beitragspflichtigen Vorteil der Rundfunkempfangsmöglichkeit zu erfassen, weil sie nahezu lückenlos mit Fernsehgeräten ausgestattet sind (im Anschluss an BVerwG, Urteil vom 18. März 2016 - 6 C 6.15 - BVerwGE 154, 275).

2. Die Rundfunkbeitragspflicht schwerbehinderter Menschen entspricht dem Gebot der Vorteilsgerechtigkeit nach Art. 3 Abs. 1 GG, weil auch diese Menschen die öffentlich-rechtlichen Rundfunkprogramme nutzen können.

3. Die Ermäßigung des Rundfunkbeitrags auf ein Drittel stellt einen angemessenen Ausgleich zwischen den Verfassungsgrundsätzen der Vorteilsgerechtigkeit nach Art. 3 Abs. 1 GG und der Förderung behinderter Menschen nach Art. 3 Abs. 3 Satz 2 GG dar.

4. Das Schwerbehindertenrecht des Bundes enthält keine inhaltlichen Vorgaben für die Rundfunkbeitragspflicht schwerbehinderter Menschen.

Fortsetzung/Langtext

Rechtsweg:

VG Stuttgart, Urteil vom 01.10.2014 - 3 K 4897/13
VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 06.09.2016 - 2 S 2168/14



Quelle:

Bundesverwaltungsgericht


Referenznummer:

R/R7746


Weitere Informationen

Themen:
  • Feststellungsverfahren /
  • Merkzeichen / Nachteilsausgleich /
  • Merkzeichen RF (Rundfunkgebührenbefreiung)

Schlagworte:
  • Befreiung /
  • BVerwG /
  • Gebührenbefreiung /
  • Gebührenermäßigung /
  • Gleichbehandlung /
  • Merkzeichen RF /
  • Nachteilsausgleich /
  • Nachweis /
  • Rundfunkgebühren /
  • Rundfunkgebührenpflicht /
  • Urteil /
  • Verwaltungsgerichtsbarkeit


Informationsstand: 23.10.2018

in Urteilen und Gesetzen blättern